Schlägerei während WM-Halbfinale: Ein Toter in Seoul
- In Deutschland größtenteils friedliche Feiern
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Deutsche im Finale: Alle Reaktionen!
Bei einer Schlägerei während des Fußball-WM-Halbfinales zwischen Südkorea und Deutschland (0:1) ist am Dienstag in Seoul ein 42-jähriger Südkoreaner getötet worden. Der Streit brach in einer Kneipe aus, in der das Spiel übertragen wurde. In Deutschland hat der überraschende Finaleinzug der DFB-Auswahl eine Welle der Begeisterung ausgelöst wie zuletzt beim Titelgewinn vor zwölf Jahren. Die Reaktionen der Spieler und Promis finden Sie im Kasten rechts. Und beim 2. Semifinale sind Sie auf NEWS Networld heute ab 13.30 Uhr natürlich live dabei...
Die Tragödie in Seoul nahm ihren Lauf, als ein Mann sich über die lautstarke Anfeuerung eines anderen Koreaners beschwert hatte. Dieser geriet den Berichten zufolge in Wut und prügelte das Opfer in einem Park nahe des Lokals zu Tode. Die Polizei nahm den Täter fest.
Riesige Begeisterung in Deutschland
Auch in Deutschland (Düsseldorf, Mannheim, Saarbrücken, Heilbronn) war es zu Ausschreitungen gekommen, der Großteil der Anhänger feierte den Finaleinzug jedoch friedlich. Nach dem Schlusspfiff bildeten sich wie schon nach dem Sieg im Viertelfinale gegen die USA Autokorsos. Vielfach wurde ein ohrenbetäubendes Hupkonzert veranstaltet. Die Menschen schwenkten jubelnd die Fahnen. Sie riefen "Finale, Finale" und feierten den Teamchef Rudi Völler mit "Rudi, Rudi"-Rufen. In vielen Unternehmen und Behörden wurde in der Zeit der TV-Übertragung der Arbeit kaum oder gar nicht mehr nachgegangen.
Einen der größten Menschenaufläufe in Deutschland gab es auf dem Hamburger Fischmarkt. Dort hatten sich vor einer Großbildleinwand nach Schätzungen der Polizei rund 50.000 Fußball-Fans versammelt. Auf dem Spielbudenplatz im Hamburger Stadtteil St. Pauli zählten die Behörden 20.000 Menschen. Der Jubel über das Siegtor durch Michael Ballack in der 75. Minute war kilometerweit zu hören.
Auch in Berlin und Hannover kamen die Anhänger der deutschen Mannschaft zusammen. Das Sony Center in der Bundeshauptstadt war Treffpunkt für 3.000 Fans, darunter auch der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Sein niedersächsischer Kollege Sigmar Gabriel stand in mitten eines schwarz-rot-goldenen Fahnenmeers auf dem Opernplatz in Hannover und ließ seine Amtsgeschäfte als Ministerpräsident für einige Zeit ruhen. Ähnliche Szenen spielten sich in Großstädten wie in München, Dresden oder Leipzig ab.
Bilder der Trauer und des gegenseitigen Trostes gab es in der südkoreanischen Botschaft in Berlin. Etwa 300 Fans reagierten enttäuscht auf die Niederlage ihrer Mannschaft. "Ich bin wirklich traurig, wir haben so gut gespielt", sagte die junge Han Hee-Ji und umarmte ihre Freundin. Einige Fans hatten kurz nach dem Schlusspfiff Tränen in den Augen. Ein Mitarbeiter der Botschaft meine: "Wir werden 2006 Weltmeister."
