Dienstag, 25. Juni 2002

UEFA-Boss will bald zwei Schiedsrichter

  • WM-Schiris wehren sich gegen Vorwürfe
  • Schiri-Chef Erzik zeigt sich mit Leistungen zufrieden

Nach der Kritik an den teilweise schwachen WM-Schiedsrichtern hält die Europäische Fußball-Union (UEFA) den Einsatz von zwei Referees für eine denkbare Lösung. "Es muss ein Vorteil sein, weil der einzelne Schiedsrichter weniger müde wäre und dichter an den Aktionen dran sein könnte", erklärte UEFA-Generalsekretär Gerhard Aigner in einem Interview mit der Website "http://www.uefa.com". Aigner: "Damit wäre die Chance größer, besser zu jurieren. Zum Beispiel in Abseits-Situationen. Wir sollten uns diese Möglichkeit genauer anschauen."

Gleichzeitig unterstützte der Deutsche die Forderung, dass Schiedsrichter-Teams bei einer WM nicht mehr nach Länder-Proporz ausgesucht werden sollen. "Wir brauchen wirkliche Teams, in denen die beiden Linienrichter alles tun, um den Referee in der Mitte des Spiel zu unterstützen", meinte Aigner. Außerdem sollte es bei der Auswahl der Unparteiischen für ein WM-Turnier keine Rolle mehr spielen, dass möglichst viele Länder dabei berücksichtigt werden. "Wenn ein Land drei exzellente Schiedsrichter hat, dann sollten alle dabei sein."

Schiris über Kritik empört
Die Schiedsrichter wehren sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan gegen den Vorwurf der Korruption. "Als Vorsitzender der FIFA-Schiedsrichterkommission sage ich hier unmissverständlich, dass solche Beschuldigungen, Anklagen und Anspielungen völlig unbegründet sind", erklärte Senes Erzik (Türkei) in einer vom Fußball-Weltverband FIFA verbreiteten Stellungnahme. "Ich habe uneingeschränktes Vertrauen in die Schiedsrichter und ihre Assistenten - auch jene, die bereits abgereist sind - und ich glaube fest an ihre Integrität", fügte Erzik hinzu.

Die Kritik an den Schiedsrichtern hatte nach dem Viertelfinal-Sieg von Gastgeber Südkorea über Spanien massiv zugenommen, weil den Iberern unter anderem in der Nachspielzeit ein reguläres Tor aberkannt wurde. Zuvor hatten sich bereits die Italiener benachteiligt gefühlt, weil ihnen einige reguläre Tore aberkannt worden waren und im Achtelfinale gegen Südkorea Stürmer Francesco Totti ungerechtfertigt wegen einer angeblichen Schwalbe vom Platz gestellt worden war. Trotzdem sprach Erzik von einem "hohen Niveau" der Referees: "Die Schiedsrichter-Kommission ist insgesamt zufrieden."

25.6.2002 10:01