Heimvorteil ist oft Garant für gute WM-Leistungen
- Gastgeber holten bisher sechs Weltmeister-Titel
- Auch kleine Nationen im eigenen Land stärker
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Nichts macht eine Nationalmannschaft stärker als der Heimvorteil. Mit den eigenen Fans im Rücken laufen große und kleine Fußballnationen zu Höchstleistungen auf. Und dies nicht erst seit die frenetisch angefeuerten "Roten Teufel" Südkoreas mit ihren Sensationssiegen über Portugal, Italien und Spanien bis ins Halbfinale gegen Deutschland stürmten. Bei den bisher 16 Weltmeisterschaften holten die Gastgeber sechs Mal den Titel, wurden zwei Mal Vize-Weltmeister und zwei Mal Dritter.
1998 siegten die Franzosen in Paris 3:0 im Finale gegen Brasilien. Argentinien gewann das Endspiel 1978 im eigenen Land gegen die Niederlande genauso wie Deutschland 1974 in München. England feierte 1966 dank des berühmten Wembley-Tors einen 4:2-Erfolg über Deutschland. Erster siegreicher Gastgeber war 1930 Uruguay, vier Jahre später machte Italien das nach. Der inzwischen dreimalige Weltmeister wurde 1990 zu Hause nach einer Halbfinalniederlage gegen Argentinien zumindest Dritter und Brasilien 1950 in der Heimat Vize-Weltmeister.
Kleine Nationen wachsen daheim über sich hinaus
Aber auch kleinere Nationen wuchsen beim WM-Turnier im eigenen Land über sich hinaus. Schweden brachte es 1958 sensationell hinter Titelträger Brasilien bis zum Vize-Weltmeistertitel. Fußball-Zwerg Chile beendete die WM im eigenen Land 1962 als Dritter. Die US-Boys kamen bei der WM in den Vereinigten Staaten 1994 zum ersten Mal nach dem Krieg wieder bis ins Achtelfinale. Auch Mexiko ist eine klassische Heimmannschaft: Nur bei den beiden Titelkämpfen im eigenen Land drangen die Mittelamerikaner 1970 und 1986 bis ins Viertelfinale vor.
Zum ersten Mal Deutschland vs Brasilien?
Erstmals in der 72-jährigen WM-Geschichte könnte es am kommenden Sonntag im Finale der 17. Fußball-WM in Yokohama zum Aufeinandertreffen zwischen Brasilien und Deutschland kommen. Nur einmal nach dem Zweiten Weltkrieg stand keine der beiden Fußball-Nationen im WM-Finale. 1978 besiegte Gastgeber Argentinien die Niederlande im Endspiel mit 3:1 n.V. Bei der Endrunde 1950 in Brasilien gab es kein Endspiel, sondern nach der Vorrunde eine Finalrunde mit vier Mannschaften. Dabei kam es zu einem verkappten Finale, denn Brasilien verlor das entscheidende letzte Finalrundenspiel gegen den neuen Weltmeister Uruguay mit 1:2.
| WM-Endspiele seit 1954 im Überblick: | ||
| 1954 | Deutschland - Ungarn | 3:2 (2:2) |
| 1958 | Brasilien - Schweden | 5:2 (2:1) |
| 1962 | Brasilien - Tschechoslowakei | 3:1 (1:1) |
| 1966 | England - Deutschland | 4:2 (2:2, 1:1) n.V. |
| 1970 | Brasilien - Italien | 4:1 (1:1) |
| 1974 | Deutschland - Niederlande | 2:1 (2:1) |
| 1978 | Argentinien - Niederlande | 3:1 (1:1, 1:0) n.V. |
| 1982 | Italien - Deutschland | 3:1 (0:0) |
| 1986 | Argentinien - Deutschland | 3:2 (1:0) |
| 1990 | Deutschland - Argentinien | 1:0 (0:0) |
| 1994 | Brasilien - Italien | 0:0 n.V., 3:2 i.E. |
| 1998 | Frankreich - Brasilien | 3:0 (2:0) |
