Sanchez de Lozada erklärt sich zum Wahlsieger in Bolivien
- Parlament entscheidet in Stichwahl über neuen Staatschef

Der frühere Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada liegt nach drei übereinstimmenden Hochrechnungen am Montag bei der Präsidentschaftswahl in Bolivien vorne. Sanchez de Lozada erklärte sich noch in der Nacht auf Montag (Ortszeit) zum Wahlsieger und rief die anderen Parteien zur Bildung einer stabilen Regierung auf. Den Hochrechnungen zufolge besiegte er den zuvor favorisierten Rechtspopulisten Manfred Reyes Villa um knapp zwei Prozent. Letzte Meinungsumfragen vor der Wahl hatten Reyes Villa noch mit drei bis sechs Prozent vor Sánchez de Lozada gesehen.
Auch bei der Parlamentswahl wurde die liberale Partei MNR von Sanchez de Lozada Hochrechnungen zufolge stärkste Kraft. Die Bewegung für den Sozialismus (MAS) des linksgerichteten Präsidentschaftskandidaten und Anführers der Kokabauern, Evo Morales, kam demanch bei der Parlamentswahl auf Platz zwei, gefolgt von den Sozialdemokraten (MIR) des Präsidentschaftskandidaten Jaime Paz Zamora mit 15,9 Prozent und den Rechtspopulisten von Reyes Villa.
Da bei der Präsidentschaftswahl kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, muss sich das Parlament im August mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für einen der beiden stärksten Bewerber entscheiden. Rund vier Millionen Menschen waren am Sonntag in Bolivien zur Wahl des Präsidenten und des Parlaments aufgerufen. Mit offiziellen Ergebnissen wurde erst in den kommenden Tagen gerechnet. Insgesamt mehr als vier Millionen Bürger waren wahlberechtigt.
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