15.000 protestieren nach Demonstranten-Tod
- Präsident Duhalde zum Rücktritt aufgefordert
- Die zwei Polizisten sind nun in Haft

Nach dem Tod von zwei Demonstranten am Vorabend haben am Donnerstag Tausende Argentinier gegen das Vorgehen der Polizei demonstriert. Rund 15.000 Menschen zogen friedlich durch die Innenstadt von Buenos Aires. "Haut ab!", riefen die Demonstranten und forderten die Regierung von Präsident Eduardo Duhalde zum Rücktritt auf. Indessen wurden die zwei Polizisten, die die Demonstranten erschossen hatten, verhaftet.
In Argentinien sind zwei Polizisten unter dem Vorwurf festgenommen worden, zwei Demonstranten gegen die Regierungspolitik erschossen zu haben. Die Festnahmen wurden nach Angaben der Behörden am Donnerstagabend angeordnet, nachdem Zeitungen eine Fotoserie über das Geschehen bei der Demonstration veröffentlicht hatten.
Einer der Polizisten ist zu sehen, wie er mit seiner Waffe auf einen 21-Jährigen zielt, der später tot hinter einem Zeitungkiosk aufgefunden wurde. Auf dem letzten Foto tragen beide Polizisten den blutenden Körper des jungen Mannes weg. Die Regierung ordnete am Freitag eine Untersuchung an. Ein Regierungsvertreter sagte, die Täter kämen diesmal nicht davon, die Beweise seien eindeutig.
Der Protest in Argentinien richtet sich gegen die wachsende Armut und Arbeitslosigkeit. Am Mittwoch waren zwei Demonstranten getötet und 17 verletzt worden. Bereits im Dezember hatte es gegen den wirtschaftspolitischen Kurs der Regierung gewaltsame Demonstrationen gegeben, bei denen 27 Menschen ums Leben kamen. Die fast täglichen Proteste richten sich gegen die Wirtschaftspolitik des hochverschuldeten Landes, das sich seit vier Jahren in einer Rezession befindet. In die Kritik gerät auch immer mehr Präsident Eduardo Duhalde, dem vorgeworfen wird, mit der Krise nicht fertig zu werden. Duhalde regiert erst seit Anfang des Jahres, nachdem mehrere Vorgänger nach den Dezember-Demonstrationen zurückgetreten waren.
Die Demonstranten fordern von der Regierung Finanzhilfen, um den Bedarf ihres Alltags decken zu können. Jeder vierte Arbeitnehmer in Argentinien ist arbeitslos. Jeder zweite Argentinier hat Schwierigkeiten, Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Kleider zu kaufen.
Die argentinische Regierung verhandelt gegenwärtig mit dem internationalen Währungsfonds (IWF) über Finanzhilfen zur Überwindung der schwersten Wirtschaftskrise des Landes. Der IWF fordert eine drastische Kürzung der öffentlichen Ausgaben. Analysten zufolge hängt die Zukunft Duhaldes von den Hilfen ab. Sollten die Gespräche scheitern, könnten Neuwahlen nötig werden, die die Krise verschärfen würden.
Argentinien hat öffentliche Schulden in Höhe von 140 Milliarden Dollar (rund 140 Milliarden Euro). Sie sind teilweise seit Jänner fällig und haben die Banken des Landes an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.
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