Eine Million Menschen in Angola vom Hunger bedroht
- WFP-Sprecher: "Die Situation ist extrem kritisch"
In einem dramatischen Appell an die Weltöffentlichkeit haben die Vereinten Nationen (UNO) am Mittwoch zur Spendenhilfe für Angola aufgerufen. Durch das Ende der Kampfhandlungen nach 27 Jahren mörderischen Bürgerkriegs sei in dem afrikanischen Land Nothilfe dringender denn je. Hunderttausende Menschen, die zuvor in unzugänglichen Regionen gehaust hätten, seien nun zusätzlich zu versorgen, teilte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) in einer Erklärung mit.
Die Menschen seien dem Hungertod nahe, viele geschwächte Kinder und ältere Menschen überlebten den Marsch in die Aufnahmelager nicht. "Die Situation ist extrem kritisch; im September werden unsere Vorräte zur Neige gehen", erklärte der für Angola zuständige WFP-Sprecher Marcelo Spina-Hering in Johannesburg (Südafrika). Die Zahl der zu versorgenden Menschen dürfte Ende des Jahres bereits von einer Million auf 1,5 Millionen Menschen steigen.
Die WFP, die in dem kriegszerstörten Land auch die Verteilung von Hilfsmitteln und Angehörigen der rund 100 im Lande arbeitenden Hilfsorganisationen sicherstellt, benötigt für die kommenden 18 Monate insgesamt 241 Millionen Dollar (248 Mill. Euro). Die Reaktion der Geber sei bisher jedoch sehr zurückhaltend gewesen. "Bisher haben wir erst jeweils eine Million von Irland und den Niederlanden erhalten", erklärte Spina-Hering.
Die WFP sei dringend auf Spenden angewiesen, weil eine Verteilung der Nahrungsmittelhilfe mit Beginn der Regenzeit im September zunehmend schwieriger wird. Die angolanische Regierung hatte am 4. April ein Waffenstillstandsabkommen mit der Rebellenorganisation UNITA unterzeichnet. Seitdem ruhen die Waffen. Der Krieg hatte vier Millionen Menschen zu Vertriebenen gemacht und zahlreiche Menschenleben gekostet. Fast die gesamte Infrastruktur des stark verminten Landes ist zerstört, so dass Hilfsgüter in der Regel nur auf dem Luftweg in die abgelegenen Gebiete transportiert werden können.
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