Ungarische Waisenkinder auf den Strich geschickt
- Zuhälterbande in Wien ausgehoben

Einer skrupellosen Zuhälterbande legte die Exekutive das Handwerk: Zwei Männer und eine Frau sollen zehn Waisenkinder aus Ungarn in Wien in der Nähe des Wiener Westbahnhofes auf den Strich geschickt haben. Die zwischen 14 und 19 Jahre alten Mädchen wurden in einem Heim in dem Nachbarland angesprochen und nach Österreich gelockt.
Die Jugendlichen gingen seit Anfang Juni auf der Felberstraße in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus der Geheimprostitution nach. "Es ist uns aufgefallen, dass die Mädchen extrem jung sind und dass es immer mehr werden", sagte Oberstleutnant Michael Mimra. Nach zusätzlichen Hinweisen aus der Szene schlugen die Beamten zu: Insgesamt drei ungarische Staatsbürger, die 36-jährige Elvira O., der 37-jährige Tibor S. und der 27-Jährige Janos L., wurden aus dem Verkehr gezogen. Mehrere Mädchen warten auf ihre Abschiebung in ihre Heimat. "Sie sind teilweise zu jung, um in Schubhaft genommen zu werden", so Mimra.
Die Mädchen wurden den Einvernahmen zufolge in einem Waisenhaus in Ungarn rekrutiert. "Sie stammen aus sehr tristen Verhältnissen", sagte der Ermittler. So mussten die mutmaßlichen Tätern die Jugendlichen auch nicht mit falschen Berufsaussichten nach Wien locken. "Sie haben ihnen gesagt, was sie hier tun werden."
In Wien wurde den Mädchen sofort das verdiente Geld abgenommen. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass die Festgenommenen noch wesentlich mehr Mädchen nach Wien gebracht hätten, da die Zahl der jungen Ungarinnen seit Juni stetig gestiegen ist. Mit der Suchtgiftszene, die in der Nähe des Westbahnhofes ebenfalls der Geheimprostitution nachgeht, steht die Bande laut Polizei in keinem Zusammenhang.
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