Freitag, 28. Juni 2002

Khol & Westenthaler reden in Format über ihre Krise

  • Andreas Khol: "Wir sind zwei Kuscher"

Friedensschluß vor der Sommerpause? Zwei Monate waren VP-Klubobmann Khol und FP-Klubchef Westenthaler zerstritten. Nun versuchen sie einen Neubeginn. Für FORMAT reden die beiden erstmals über ihre Beziehungskrise und die Zukunft des Wendekabinetts.

FORMAT: Sie galten lange Zeit als die siamesischen Zwillinge der Koalition:immer einer Meinung und unzertrennlich. Dann gab es Probleme.Wie schaut die aktuelle Befindlichkeit aus?

Khol: Siamesische Zwillinge waren wir nie, auch kein Pärchen oder Vater und Sohn.Wir sind zwei Leute, die eine Aufgabe gekriegt haben und seither zupacken.Wir vertrauen einander und sind uns sympathisch.Aber er ist der Westenthaler und ich bin der Khol.

Westenthaler: Da kann ich nur wenig hinzufügen. Es besteht wirklich eine Partnerschaft zwischen zwei Klubobmännern, die die Regierungsarbeit im Parlament bestens erledigen.Wir wollen etwas für Österreich leisten, das steht über allem anderen.

FORMAT: Die persönliche und inhaltliche Nähe war in den ersten Monaten aber offensichtlich zu groß.

Westenthaler: Nein, das sind doch journalistische Floskeln.Wir haben eben viel miteinander zu tun, das ergibt sich aus unserer Arbeit.

Khol: Das sehe ich genauso. Aber man muß schon sehen: Für viele war es ein Kulturschock, daß der Peter Westenthaler und der Andreas Khol gemeinsam Pressekonferenzen geben. Man war ja gewöhnt, daß ich mich in der rot-schwarzen Koalition mit SPÖ-Klubobmann Peter Kostelka im Fernsehen öffentlich bekriege. Aber das ist doch genau der Unterschied. Jene Leute, die uns verunglimpfen, wollen ja gar nicht, daß wir gut zusammenarbeiten. Die wollen, daß wir streiten und daß die Koalition in Brüche geht. Aber wir haben ein gemeinsames Projekt, darüber wird es nie einen Konflikt geben.

FORMAT: Warum kam es dann Anfang Mai zur Krise? Peter Westenthaler kritisierte angeblich gebrochene Vereinbarungen, die gemeinsamen Pressekonferenzen wurden storniert.

Westenthaler: Einen gegessenen Fisch kaue ich nicht wieder.Wir haben die Geschichte schon vor Wochen erledigt. Ich brauche das nicht mehr zu diskutieren, weil ich dann nur jenen eine Freude machen würde, die uns gern streiten sehen.

Khol: Ein Engel hat kein Gedächtnis, der fliegt immer nach vorn. Ich bin ein Engel.

Lesen Sie das ganze Interview mit Andreas Khol und Peter Westenthaler im aktuellen FORMAT!

28.6.2002 10:55