Asfinag baut Verkehrsmanagement und Infosystem auf
- Neues System soll helfen, künftig Staus zu vermeiden
- Neues Gesetz: Auch gegen Drängler wird schärfer vorgegangen

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Österreich bekommt ein neues Verkehrsmanagement-System! Die Asfinag will neue Wege bei der Verkehrslenkung und Stauvermeidung gehen. Vollautomatisch soll der Verkehr auf den österreichischen Autobahnen im Fluss gehalten werden, hofft Asfinag-Generaldirektor Walter Hecke. Begonnen wird mit Österreichs meistbefahrener Straße, der Wiener Südosttangente (A23). Außerdem wird künftig gegen Drängler schärfer vorgegangen! Ein neues Gesetz sieht Strafen bis zu 2.180 oder Führerscheinentzug vor.
Rund 180 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren für die Sicherheit auf den Straßen investiert. Per Computer werden Geschwindigkeit, Abstand, Zahl und Art der Fahrzeuge ermittelt, erklärte Norbert Deweis von der Asfinag das System. Diese Werte werden in einer Unterzentrale mit Prognosen verglichen. Via Ampeln und Überkopfwegweiser steuert die Anlage die Fahrgeschwindigkeit und warnt vor Nebel, Glatteis, etc. Die Unterzentralen liefern ihre Daten in die Verkehrsmanagementzentrale.
Bei Bedarf kann österreichweit in die Steuerung eingegriffen werden. Auch eine Vernetzung mit Steuerungen etwa der MA 46 für die Ampelanlagen in Wien, aber auch mit Anlagen in Deutschland oder Oberitalien sind möglich, so Deweis. Derzeit wird der Betrieb zwischen Favoriten und St. Marx bereits am Rechner simuliert.
Ziel ist, "die Hochwasserwelle rechtzeitig zu erfassen und zu verteilen", beschreibt Deweis das Prinzip. Allerdings dürfe nicht erwartet werden, dass die Tangente ohne Eröffnung der Südumfahrung (S1) plötzlich staufrei ist. "Wir werden aber die Staustunden in den Randbereichen beeinflussen können", so Deweis.
Zuflusskontrolle - "Schlüssel zum Erfolg"
Neben der rechtzeitigen Information über Ausweichstrecken, gesperrte Fahrspuren oder zu erwartende Fahrzeit soll die Zuflusskontrolle laut Deweis eine entscheidende Verbesserung bringen, als "Schlüssel zum Erfolg". Eine Ampel am Zubringer lässt die Autos einzeln auf die Autobahn. "Die Dosierung ist das Geheimnis", so Hecke.
Ein Rückstau ins untergeordnete Straßennetz wird dadurch verhindert, dass bei einem "Supergau" die Anlage automatisch abschaltet. Es ist laut den Planern nicht möglich, dass etwa die Tangente zur Transitverbindung wird und die Wiener nicht mehr auffahren können. Die exakte Messung wird es auch möglich machen, individuelle Tempolimits zu erlassen. So werde etwa über Tempo "100" auf der Ostautobahn (A4) nachgedacht, so Deweis. Von der Lärmbelastung her ist diese Geschwindigkeit auch auf der Tangente möglich.
Infos über Straßenzustand kostenpflichtig?
Die Informationen über Straßenzustand und Verkehrsdichte sollen auch weitergegeben werden. "Als Service", so Hecke. Allerdings könne dieses Service auch etwas kosten. Bis zu 20 Prozent der Investitionen könnten wieder eingenommen werden, lautet die vorsichtige Schätzung.
Nach dem Start auf der Tangente soll 2004 der Bereich Tirol mit Brenner- und Inntalautobahn ans Netz gehen. Bis 2007 sollen 552 Kilometer Autobahnen automatisch gesteuert werden, 700 Kilometer ist das Ziel für das Jahr 2020. Allerdings müssen auch Autofahrer das Ihre zu einem Funktionieren des Systems beitragen. Hecke: "Der Kraftfahrer erkennt, dass er besser fährt, wenn er sich an die Anlage hält."
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