"Priesterinnen-Weihe" auf Donauschiff mit 7 Frauen
- Nächste Woche angeblich weitere Weihe geplant
- Protest gegen eine "Frauen diskriminierende Männerkirche"

·Kirchenrecht
Stichwort: Ex- kommunikation
·Diözese Linz
Kathol. Aktion für Ämter-Diskussion
Auf einem Donauschiff östlich von Passau ist am Samstag die seit Wochen heftig diskutierte "Weihe" von sieben "Priesterinnen" über die Bühne gegangen - ohne Segen der Amtskirche. Die "Weihe" fand im Rahmen einer Messe nach katholischem Ritus statt und wurde von zwei nicht anerkannten "Bischöfen" zelebriert. Erwartet scharf fiel die Ablehnung durch die Amtskirche aus. In den nächsten Tagen soll die Weihe wiederholt werden: Diesmall von einem amtierender römisch-katholischer Bischof.
Mit dem Fall der Berliner Mauer verglichen jene Frauen, die sich am Samstag zu "Priesterinnen" der katholischen Kirche weihen ließen, ihren gegen das Kirchenrecht verstoßenden Schritt. "So wie der Fall der Berliner Mauer durch mutige Christen ausgelöst wurde, die bewusst gegen das Gesetz verstießen, wird auch die Diskriminierung der Frau in der Kirche durch mutige Katholikinnen zu Fall gebracht werden, die bewusst schwer gegen das kirchliche Recht verstoßen", betonten die "Priesterinnen" bei einer zum Teil turbulent verlaufenden Pressekonferenz in Suben an der bayerisch-oberösterreichischen Grenze.
An der Pressekonferenz nahmen mehrere zuvor "geweihte" Frauen aus Österreich, Deutschland und den USA teil. Anwesend war auch Monsigniore Romulo Braschi, ein 1941 in Argentinien geborener ehemaliger Priester der römisch-katholischen Kirche und jetzt Bischof einer "katholisch-apostolischen charismatischen Kirche Jesus König". Braschi, der von der römisch-katholischen Kirche exkommuniziert wurde, war mit seiner Ehefrau zur Pressekonferenz gekommen. Er hatte die Weihe der sieben Frauen auf dem Donauschiff vorgenommen, das Recht dazu habe er, sagte Braschi, weil er in der auf Petrus zurückgehenden "apostolischen Nachfolge" stehe. Daher sei die Weihe im Sinn der römisch-katholischen Kirche gültig, sagte Braschi. Auch die Frauen bestätigten dies und erklärten, sie seien jetzt "Priesterinnen der römisch-katholischen Kirche".
Die Sprecherin der deutschen Weihe-Kandidatinnen, Gisela Forster, sagte: "Wir kämpfen nicht gegen die Kirche oder gegen Menschen in der Kirche, wir kämpfen gegen jenen Paragraphen im Kirchenrecht, der die Weihe auf Männer beschränkt." Und weiter sagte Forster: "Wir wollen keinen Krieg mit der katholischen Kirche, wir wollen die Kirche von innen her verändern."
Zweite Weihe in einigen Tagen
Bei der Pressekonferenz wurde auch bekannt gegeben, dass es trotz der Weihe durch Romulo Braschi in den nächsten Tagen eine "zweite Weihe" der selben Kandidatinnen geben werde. Dies geschehe für den Fall, dass jemand die jetzige Wehe aus formalen Gründen nicht anerkenne. Diese "zweite Weihe" werde von einem amtierenden römisch-katholischen Bischof durchgeführt, dessen Name man aber nicht bekannt geben könne, weil dieser Bischof sonst mit Repressalien durch die Amtskirche rechnen müsse. Der genaue Zeitpunkt und der Ort dieser "zweiten Weihe" bleibe geheim.
Amtskirche "vorgetäuschter Weihehandlung"
Seitens der Amtskirche wird die "Weihe" strikt abgelehnt. Ein Sprecher der Erzdiözese München-Freising hatte im Vorfeld betont, der Schritt ziehe als "Tatstrafe nach dem Kirchenrecht" automatisch die Exkommunikation nach sich.
Der Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern betonte am Samstag, dass die so genannte "Weihe" der Frauen "nach dem geltenden Kirchenrecht ungültig ist". Die Initiatorinnen und Initiatoren dieses Aktes würden sich "außerhalb der Kirche stellen".
Die Pressestelle der österreichischen Bischofskonferenz erinnerte an die bei der jüngsten Vollversammlung der Bischöfe in Mariazell veröffentlichte "Klarstellung zur 'Frauenweihe". Dort heißt es: "Eine solche vorgetäuschte Weihehandlung ist ungültig."
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