Mittwoch, 26. Juni 2002

Umfärbung? Haupt setzt Beamte vor die Tür

  • Binnen 4 Monate 14 Beamte bei fast vollen Bezügen in Pension
  • Das NEWS-Interview: Ein Betroffener packt aus

SPÖ raus, FPÖ rein: Es scheint, als würde dieses Motto in einigen Ministerien nun rigoros umgesetzt. Allein Sozialminister Haupt verschob 14 Spitzenbeamte in den teuren Frühruhestand. Ein Prominentes Opfer packt nun im NEWS-Interview über diese Praxis aus (siehe Kasten rechts).

Zweimal wurde er zu einem vertraulichen Gespräch mit dem Minister gebeten. Beim dritten Mal rückte Herbert Haupt mit seiner wahren Absicht raus: Der 56-jährige Werner Bauer werde in den Vorruhestand geschickt.

3.788 Euro netto bekommt Bauer nun im Monat. Eine teure Frühpension. Von der Regierung zum Nichtstun gedrängt, geht Bauer jetzt als erster betroffener Spitzenbeamter in die Offensive. Im NEWS-Interview deckt er auf: „Ich wollte nicht in Pension gehen, ich bin gegangen worden. Ich hatte keine Alternative.“ (siehe Kasten recht).

Der 56-jährige Bestverdiener a. D. ist kein Einzelfall. Allein im Sozialministerium entledigte sich der Minister in den vergangenen vier Monaten 14 Personen im Alter von 55 und älter mittels Vorruhestandsmodell. Allesamt hatten diese Leute Spitzenposten inne, vom Referatsleiter, über Abteilungsleiter bis hin zum Sektionschef. Dem Vernehmen nach sollen bis Jahresende drei weitere Spitzenbeamte mit Golden Handshake verabschiedet werden.

Auch im Innenministerium wird aufgeräumt
Der plötzliche Anstieg an Frühpensionen ist nicht nur ein Phänomen im Hause Herbert Haupts. Auch im Innenministerium und im Infrastrukturministerium existieren so genannte „VR 55“-Listen, sprich Namenslisten mit Kandidaten für denVorruhestand mit 55.

Lesen Sie alles über die Frühpensionierungs-Kampagne der blau-schwarzen Ministerien im neuen NEWS!

26.6.2002 12:51