Freitag, 21. Juni 2002

Wiener Stadtwerke 2001 mit Bilanzgewinn

  • Weniger Stromumsätze durch Vertriebsausgliederung
  • Negatives EBITDA bei Beteiligungsgesellschaft und Bestattung

Die Wiener Stadtwerke weisen für das Jahr 2001 einen konsolidierten Konzern-Bilanzgewinn von 40,0 Mill. Euro aus, nach 17,9 Mill. Euro 2000. Der konsolidierte Konzernumsatz stieg um 1,9 Prozent auf 1,82 Mrd. Euro, davon entfielen 1,5 Mrd. Euro (minus 8,3 Prozent) auf den Energiebereich.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wird im Geschäftsbericht mit minus 60,2 Mill. Euro nach minus 33,6 Mill. Euro ausgewiesen. Die Kennzahlen seien aber auf Grund des Unbundling und Einführung des Energiewirtschaftsjahres im Strombereich nicht vergleichbar, betonte Wiener Stadtwerke-Generaldirektor Karl Skyba gegenüber der APA.

Positiv stelle sich bei den Wiener Stadtwerken das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) dar, so Skyba. Negative Werte hätten lediglich die Bestattung mit minus 2,9 Mill. Euro und die Beteiligungsmanagementgesellschaft mit minus 0,3 Mill. Euro geschrieben. Bei der Wienstrom liege das EBITDA für 2001 bei 125,8 Mill. Euro, bei der Wiengas bei 39,0 Mill. Euro, bei den Wiener Linien bei 77,0 Mill. Euro und bei der Fernwärme bei 131,8 Mill. Euro.

Die Wienstrom hat im Zuge der Vertiefung der EnergieAllianz den Vertrieb in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Die Umsätze der Monate Oktober bis Dezember 2001 werden sich daher auf Grund der Verschiebung des Wirtschaftsjahres erst in der Bilanz 2002 auswirken. Der Umsatz der Wienstrom belief sich im Geschäftsjahr 2001 auf 642,6 (889,7) Mill. Euro, das EGT auf 23,9 (41,7) Mill. Euro. Durch die Liberalisierung des Strommarktes seien bereits im Jahresvergleich 1999/2000 rund 120 Mill. Euro der Umsatzerlöse den Kunden zugute gekommen. Diese Tendenz habe sich 2001 trotz höherer Mengenabsätze fortgesetzt, so Skyba.

Die Stromabgabe erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 9.626 GWh. Bei der Stromaufbringung gab es ein minus von 2,4 Prozent auf 10.697 GWh, wobei sich die eigene Stromerzeugung um 14,8 Prozent auf 4.373 GWh erhöhte und der Fremdstrombezug um 11,6 Prozent auf 6.324 GWh verringerte.

Bei der Wiengas erhöhte sich der Umsatz 2001 von 438,8 auf 516,0 Mill. Euro. Das EGT verringerte sich dagegen auf 9,9 (14,7) Mill. Euro. Grund dafür seien die höheren Gaseinstandspreise, die nicht an die Tarifkunden weitergegeben worden seien. Erdgasaufbringung und -abgabe stiegen um 10,8 Prozent auf 1,9 Mrd. Kubikmeter.

Die Fernwärme Wien erhöhte den Umsatz um 10,8 Prozent auf 347,7 (313,5) Mill. Euro, wobei 69 Prozent des Umsatzes auf die Lieferung von Fernwärme und 22 Prozent auf die Entsorgungsdienstleistungen mit den Müllverwertungsanlagen entfallen. Das EGT belief sich auf 15,6 (0,2) Mill. Euro.

21.6.2002 09:49