Gläubiger-Ausschuss: Alle Libro-Filialen bleiben offen!
- 2.400 Mitarbeiter zittern - wer wird gekündigt, wer nicht?
- Warengutscheine sind bis 31. Juli 2002 einlösbar
·Käufer in Sicht
Interessenten für Libro & Amadeus
·LIBRO-KONKURS
Investoren wollen nur "Amadeus"
·Libro-Kredit
Das Okay der Finanz steht aus
Alle 246 Libor-Filialen und 22 Amadeus-outlets bleiben vorerst offen! Das hat der Gläubiger-Ausschuss zum Libro-Konkurs am Freitag beschlossen. Abgewickelt werden soll das Schulbuchgeschäft. Interessenten für den Kauf des Unternehmens müssen bis 19. Juli ein verbindliches Offert abgeben. Weiters hat die Masseverwaltung mit den Gläubigerausschussmitgliedern abgestimmt, dass Libro-Warengutscheine bis 31. Juli 2002 eingelöst werden können.
Die Gespräche mit den Banken und Lieferanten über ein Finanzierungsmodell würden "mit Nachdruck geführt", teilte Masseverwalter Günther Viehböck mit. Auf ein Ergebnis hofft der Masseverwalter in der kommenden Woche.
Für eine Bezahlung der Löhne und Gehälter der rund 2.400 Dienstnehmer soll laut Viehböck rasch gesorgt werden. Hier gebe es eine "tatkräftige Unterstützung" von Seiten des Betriebsrats, der Arbeiterkammer und des Insolvenzausfallgeldfonds.
Dem Gläubigerausschuss gehören neben den Gläubigerschutzverbänden Kreditschutzverband von 1870 (KSV) und Alpenländischer Kreditorenverband auch Vertreter der Arbeitnehmer ISA, die Gläubigerbanken Bank Austria und Raiffeisen Zentralbank (RZB) sowie die Masseverwaltung an.
Masseverwalter Günther Viehböck will Libro und Amadeus "lebend" verkaufen. Interessenten müssen bis Ende des Monats schriftlich mitteilen, ob sie beabsichtigen ein verbindliches Angebot zu legen. Bis spätestens 19. Juli muss dann ein entsprechendes verbindliches Angebot in der Kanzlei des Masseverwalters eingetroffen sein. Es wird angenommen, dass Amadeus schneller zu verkaufen sei als die 246 Libro-Filialen. Amadeus wird im Unternehmensstatus mit einem Wert von 15 Mill. Euro bewertet. Insider rechnen jedoch, dass maximal 10 Mill. Euro zu erzielen seien.
Mindestens die Hälfte
Der Masseverwalter will vor allem das große Libro-Paket verkaufen. So werden vorerst Angebote, die nicht zumindest die Hälfte der Libro bzw. der Amadeus-Filialen umfassen, nicht berücksichtigt. Voraussetzung für ein Angebot ist ein überzeugender Finanzierungsnachweis. Der Wortlaut der Einladung zur Anboterstellung ist im Internet unter www.ksv.at abrufbar.
Mitarbeiter auf Messers Schneide
Ab Konkurseröffnung am 17. Juni muss Libro wieder Löhne und Gehälter selber bezahlen. Für die bis zu diesem Termin angefallenen Gehälter und Sonderzahlungen muss der Insolvenzfonds aufkommen. Allerdings, so vermuten Belegschaftsvertreter, werde es bei der Auszahlung zu Verzögerungen kommen. Vor einem Jahr, als Libro den Ausgleich eröffnen musste, mussten die Beschäftigungen zwei Wochen auf ihr Geld warten. Offen ist derzeit noch, wieviele der rund 2.400 Libro-Beschäftigten vorerst weiter beschäftigt werden und welche der Filialen als unrentabel geschlossen werden.

