Dienstag, 18. Juni 2002

Postbus streikt frühestens kommende Woche

  • Streik aber noch im Juni

Der ursprünglich für diese Woche erwartete zweitägige Warnstreik bei der österreichischen Postbus AG wird frühestens kommende Woche stattfinden. Dies bestätigte indirekt die Gewerkschaft. Eine für Mittwoch angesetzte Pressekonferenz sei verschoben worden.

Dass es einen Tag vor dem Streik eine Pressekonferenz geben werde, sei aber fix, sagte Franz Fischill vom ÖGB am Dienstag. Dass der zweitägige Streik somit nächste Woche stattfinden werde, wollte er nicht bestätigen. "Mit Garantie wird der Streik aber noch im Juni stattfinden", so der Gewerkschafter.

Bei dem geplanten Warnstreik sollen alle 1.600 Postbusse diesmal 48 Stunden still stehen. Der Postbus-Vorstand erwartet, nur 5 Prozent des Linienbetriebs mit angemieteten Bussen aufrecht halten zu können. Betroffen sind wieder - so wie bereits beim ersten eintägigen Warnstreik am 29. Mai - täglich rund 500.000 Passagiere, davon 400.000 Schüler. Die Kosten für den zweitägigen Streik schätzt die Unternehmensführung auf 1,45 Mill. Euro.

Der Postbus-Betriebsrat versucht, damit die Teilprivatisierung des Postbusses zu verhindern. Die Regierung plant, den Postbus zunächst zu 100 Prozent an die ÖBB zu übertragen, um anschließend 30 Prozent an Private weiterzuveräußern. Der Betriebsrat fürchtet dabei den Abbau von 1.000 Arbeitsplätzen und die Einstellung unrentabler Linien.

Die Regierung weist dies zurück. Ziel sei eine "österreichische Buslösung", durch die der ländliche Nahverkehr nicht gefährdet, sondern vielmehr abgesichert werde. Wenn die "österreichische Buslösung" nicht zustandekomme, drohe der Verkauf des Postbusses an ein ausländisches Unternehmen, meint die Regierung. Die Teilprivatisierung begründet sie mit kartellrechtlichen Vorgaben, was wiederum der Postbus-Betriebsrat bestreitet. Eine Einigung scheint vorerst nicht in Sicht.

18.6.2002 17:21