Dienstag, 18. Juni 2002

Im Stahlstreit mit USA wieder Ausnahmen genehmigt

  • Darunter vier Anträge von voestalpine und Böhler-Uddeholm

Im Streit um die von den USA verhängten Schutzzölle auf Stahlimporte stehen die Zeichen derzeit wieder eher auf Entspannung. Der US-Handelsbeauftragte (USTR) hat gestern, Montag, wieder eine Liste von Ausnahmeanträgen genehmigt.

Darunter sind auch vier Anträge der österreichischen Unternehmen voestalpine und Böhler-Uddeholm, teilte die österreichische Botschaft in Washington mit. Bei den in die USA exportierten Gütern handelt es sich um Nischenprodukte, wie sie etwa für Kräne im Baugewerbe verwendet werden.

Der Stahl-Streit
Die von US-Präsident George W. Bush im März verkündeten Schutzzölle von bis zu 30 Prozent sollen die US-amerikanische Stahlindustrie vor Konkurrenzdruck durch Importe schützen, schon damals waren allerdings gewisse Spezialprodukte von den Zöllen ausgenommen worden. Die EU hat gegen die Stahlzölle protestiert und mit Gegenmaßnahmen gedroht.

Die Europäische Kommission erstellt derzeit einen Bericht an die EU-Mitgliedstaaten, die bis spätestens 12. Oktober 2002 über die Inkraftsetzung der so genannten "kurzen Liste", Abgaben im Gegenwert von 335 Millionen Dollar (355 Mill. Euro) auf Einfuhren aus den USA, abstimmen sollen.

USA wollen einvernehmliche Lösung
Mit den nun erneut genehmigten Ausnahmen signalisiere die US-Seite ein starkes Interesse, die Meinungsverschiedenheiten um die seitens des Präsidenten verhängten Stahlmaßnahmen einer einvernehmlichen Lösung zuzuführen, heißt es seitens österreichischer Diplomaten. Auch die österreichische Regierung sei an einer Einigung im Verhandlungsweg interessiert und wolle eine Eskalation vermeiden.

18.6.2002 08:45