Deutschland mit "Haudi Saudi"-Truppe vs. Südkorea?
- Deutsche müssen sich am Dienstag (13.30) warm anziehen
- Euphorie um die "Roten Teufel" ist grenzenlos
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Korea nach Elfer- drama im Halbfinale
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Deutsche stolpern ins Halbfinale
Nach dem dritten Sensationssieg halten sich Südkoreas "Rote Teufel" vor dem WM-Halbfinale gegen Deutschland für unschlagbar. "Jetzt fahren wir nach Yokohama und holen uns den Pokal", jubelte Staatspräsident Kim Dae Jung. Getragen von der Euphorie einer ganzen Nation wollen die Südkoreaner nach dem 5:3-Sieg gegen Spanien im Elfmeterschießen von Gwangju als erstes asiatisches Team in einem WM-Halbfinale weiter Geschichte schreiben. "Jetzt kommt Deutschland dran", verspricht die Zeitung "Sportschosun". Die deutsche Bild-Zeitung hofft hingegen das Eudi Völler wieder mit der "Haudi-Saudi"-Elf antanzt - also wie gegen Saudi-Arabien mit Jancker als Klose-Partner...
Nur Südkoreas Erfolgstrainer Guus Hiddink warnt noch vor Rudi Völlers Mannen. "Deutschland ist natürlich der große Favorit", bat der zum Nationalhelden aufgestiegene Niederländer um ein bisschen Realismus. 65.000 frenetische Fans werden das Stadion in Seoul für die deutsche Nationalelf am Dienstag (13.30 Uhr MESZ) in einen Hexenkessel verwandeln. Sollte Südkorea nach Portugal, Italien und Spanien auch noch Deutschland schlagen und ins Finale einziehen, will die Regierung den 1. Juli zum Nationalfeiertag erklären.
"Wie Hunde auf der Jagd"
Den neuen Feiertag haben die siegessicheren Fans schon in den Kalender eingetragen, obwohl Hiddink warnt: "Die Deutschen brauchen nur ein, zwei Chancen, um ein Spiel zu gewinnen." Trotzdem ist der Glaube an die "Korean Fighters" mittlerweile grenzenlos. "Mein Team ist wie ein Rudel junger Hunde, das auf die Jagd geht", weiß Hiddink, dass seine Spieler wieder bis an die Grenzen körperlicher Belastungsfähigkeit gehen werden. "Manchmal bin ich selbst von ihrer Leidensfähigkeit überrascht", gab Hiddink nach dem Viertelfinalsieg gegen Spanien zu.
"Glücklichster Tag seit Gründung Koreas"
Beflügelt von den über 42.000 frenetisch anfeuernden Fans kämpfte Südkorea die Iberer nieder. "Dies ist der glücklichste Tag seit der Gründung Koreas", erklärte Staatsoberhaupt Kim Dae Jung im Stadion. Torwart Woon-Jae Lee wurde zum "Helden des Tages", als er Joaquins Elfmeter parierte. Nachdem Myung-Bo Hong den letzten Schuss verwandelt hatte, brachen alle Dämme. "Das ist unglaublich. Ich habe großen Druck vor dem letzten Elfmeter verspürt und bin froh, ihn verwandelt zu haben", jubelte der Kapitän.
Heimtendenz der Schiris als Makel
Der historische Erfolg erhielt jedoch einen faden Beigeschmack, denn die läuferisch und kämpferisch stärkeren Gastgeber besiegten die spielerisch überlegene Spanier auch dank des schwachen Schiedsrichtergespanns. Die eklatanten Schiedsrichterfehler zu Gunsten der WM-Gastgeber häuften sich erneut. Nachdem sich schon Italien nach der 1:2- Achtelfinalniederlage betrogen gefühlt hatte, sprach auch Spaniens Trainer Jose Antonio Camacho von einem "Skandal".
Hiddink bestritt jedoch, dass Südkorea pauschal bevorteilt würde. Die Verlierer sollten nicht nach Ausreden suchen, empfahl er und lenkte den Blick so wie seine Spieler auf das Halbfinale. "Wir haben so viel Selbstvertrauen getankt, dass wir glauben, jetzt jeden schlagen zu können", sagte Stürmerstar Sun-Hong Hwang.
