Dienstag, 18. Juni 2002

5 FIFA-Verbände im Viertelfinale / Kritik an Schiris

  • Mittwoch & Donnerstag Ruhetag / Fr., 8.30: England - Brasilien
  • PLUS: Diskussion, Umfrage, Fan-Pics, Ergebnisse...

Bei der 17. Auflage der Fußball-Weltmeisterschaft werden zum ersten Mal Mannschaften aus fünf FIFA-Kontinentalverbänden das Viertelfinale bestreiten. Mit einem Minusergebnis ist Europa gleichzeitig der große Verlierer des Turniers. Für das Feld der letzten Acht stellt der alte Kontinent nach dem K.o. des dreimaligen Weltmeisters Italien erstmals seit 32 Jahren nur noch vier Vertreter. Und die meiste Kritik nach 56 von 64 WM-Spielen müssen die Schiris einstecken. Am Donnerstag macht die WM noch Pause - am Freitag (ab 8.30 Uhr) sind Sie auf NEWS Networld wieder live beim Schlager England vs. Brasilien dabei!

Die Kritik an den Schiedsrichter-Fehlleistungen bei der WM wird immer massiver. Dabei läuft nicht nur Italien nach dem WM-Aus erbost gegen die Schiedsrichter Sturm. "Basta, Fair Play!", schimpfte Azzurri-Trainer Giovanni Trapattoni nach dem 1:2 gegen Südkorea über die schwache Leistung von Byrom Moreno (Ecuador), der übrigens kein Match mehr pfeifen wird. Er zählt nicht mehr zum Kreis jener 16 Referees, die von der FIFA für das WM-Finish nominiert wurden.

Auch FIFA-Präsident Joseph Blatter soll insgeheim "sprachlos" über Morenos Pfeiferei gewesen sein, kolportierte Italiens Delegationschef Rafael Ranucci laut einem Bericht der Zeitung "La Repubblica". Offiziell hält sich der Schweizer, der mit seiner Schiedsrichter-Schelte bei der WM 1998 viel Porzellan zerschlug, jedoch zurück. Dafür ließ er im Auftrag des Weltverbandes (FIFA) am Mittwoch seinen Mediendirektor dazwischen grätschen.

"Schiedsrichter sind Menschen, die wie Spieler, Trainer oder Journalisten Fehler machen", erklärte Keith Cooper, betonte aber: "Es kann alles passieren. Die Ungenauigkeiten sind aber auf ein Minimum gesunken. Generell gibt es ein Gefühl der Zufriedenheit." Bis zum Achtelfinale haben die 36 Unparteiische in 56 WM-Spielen 247 Gelbe und 16 Rote Karten verteilt.

Fünf Verbände weiter
Ergänzt wird das Viertelfinale durch je ein Team aus Südamerika (Brasilien), Nordamerika (USA), Afrika (Senegal) und Asien. Mit Gastgeber Südkorea ist zum zweiten Mal nach 1966 (Nordkorea) Asien in einem Viertelfinale vertreten.

Für Europa bedeutet der Ausgang des Achtelfinales eine weitere Pleite, nachdem mit Titelverteidiger Frankreich sowie Geheimtipp Portugal bereits zwei Mitfavoriten in der Vorrunde ausgeschieden sind. Deutschland hat sich bei seiner 15. Endrunden-Teilnahme zum 14. Mal für die Runde der letzten Acht qualifiziert, dazu kommen England, Spanien und erstmals die Türkei. Europa war in der WM-Geschichte nur ein einziges Mal (1970 in Mexiko) so schwach im Viertelfinale vertreten. Zuletzt waren es 1998 in Frankreich sechs Teams, davor 1994 in den USA sogar sieben.

Die Viertelfinal-Besetzungen nach Kontinenten seit 1954:


Die Viertelfinal-Besetzungen nach Kontinenten seit 1954:
WMEuropaSüd-Amer.Nord-Mittel-Amer.AfrikaAsien
2002 Südkorea/Japan41111
1998 Frankreich62000
1994 USA71000
1990 Italien61010
1986 Mexiko52100
1982 Spanien*102000
1978 Argent.*53000
1974 BRD*62000
1970 Mexiko43100
1966 England52001
1962 Chile62000
1958 Schweden71000
1954 Schweiz62000

* WM-Endrunden 1982 statt Achtelfinale 2. Finalrunde mit 12 Teams, 1978 und 1974 2. Finalrunde mit 8 Teams

18.6.2002 17:29