Golden-Goal-Drama: Südkorea schlägt Italien 2:1 n.V.
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Die WM hat ihre nächste Sensation: Gastgeber Südkorea boxt in einem superspannenden Thriller Italien in der Verlängerung mit 2:1 (1:1,0:1) raus. Die Asiaten bezwangen im mit 38.588 Zuschauern gefüllten Hexenkessel von Daejeon den dreifachen Weltmeister Italien nach Golden Goal durch Jung-Hwan Ahn (117.).
Südkorea ist weiterhin im siebenten Fußball-Himmel. Die Italiener waren durch Christian Vieris vierten Turniertreffer 1:0 in Front gegangen, mussten jedoch durch Ki-Hyeon Seol den späten Ausgleich (88.) hinnehmen. In der fünften Minute hatte ausgerechnet Goldtorschütze Ahn einen Elfmeter gegen Torhüter Gianluigi Buffon für die Koreaner vergeben.
Italiens Korea-Trauma: "Again 1966"
Die koreanischen Fans bereiteten den Südeuropäern mit der Riesen-Choreografie "Again 1966" einen ganz speziellen Empfang. Vor 36 Jahren hatten die Italiener nämlich bei der Endrunde in England mit dem 0:1 gegen Nordkorea ihre größte Schmach der WM-Geschichte erlebt, am Dienstag sollte die Fortsetzung dieser Geschichte folgen. Dabei hatten die Europäer, in der Vorrunde mit Mühe und Not Gruppenzweiter, lange Zeit ihre stärkste Turnierleistung geboten, obwohl die beiden wichtigen Verteidiger Alessandro Nesta (verletzt) und Fabio Cannavaro (gesperrt) fehlten.
Nach fünf Minuten vergibt Ahn einen Elfmeter
0:1 aus italienischer Sicht wäre es beinahe bereits nach fünf Minuten gestanden. Denn während eines südkoreanischen Eckballs brachte Christian Panucci mit starkem Trikothalten Ki-Hyeon Seol zu Fall und Referee Moreno aus Ecuador zeigte dem neuen, verschärften Regelwerk konform auf den Elferpunkt. Der 26-jährige Jung-Hwan Ahn vom italienischen Klub AC Perugia trat an, scheiterte jedoch an Gianluigi Buffon, der den Ball aus der Ecke fischte (5.). Für die WM-Gastgeber war es bereits der zweite verschossene Strafstoß im Turnier, denn beim 1:1 in der Vorrunde gegen die USA hatte Eul-Yong Lee gegen US-Keeper Brad Friedel den Kürzeren gezogen.
Vieri bringt Italien in Führung
Die Strafe für diese Nachlässigkeit teilten die Italiener 13 Minuten später aus, als Vieri nach einem Corner von Francesco Totti aus kurzer Distanz wuchtig per Kopf einnetzte (18.). Der bullige Inter-Mailand-Stürmer sicherte sich mit seinem vierten Turniertreffer einen besonderen Eintrag im WM-Geschichtsbuch, denn es war der 1.900. Treffer in der 72-jährigen Endrunden-Geschichte.
Seol rettet Südkorea in die Verlängerung
Auch in der Folge hatten die Italiener die besseren Chancen, Damiano Tommasi scheitert nach Lochpass von Totti (38.) genauso wie Alessandro Del Piero (56.), der erstmals von Beginn an spielen durfte, sowie Torschütze Vieri (74. und 76.). Südkoreas Teamchef und Nationalheld Guus Hiddink ließ in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne werfen, trotz der Verlagerung der Spielgeschehens in die italienische Hälfte schauten jedoch zunächst keine nennenswerten Chancen heraus. Bis zur 88. Minute, als Panucci, der bereits den Elfer verschuldet hatte, im Strafraum übel patzte und Ki-Hyeon Seol Buffon bezwang.
Völlig von der Rolle durch den späten Ausgleich wandelten die Italiener am Rande des zweiten Gegentreffers, doch nach zwei Chancen durch Du-Ri Cha (91.) und Seol (92.) war die dritte Verlängerung im Laufe dieses Turniers Realität.
Der Anfang vom Ende: Gelb-Rot für Totti
Auch in der heißen Entscheidungsphase mobilisierten die Koreaner angetrieben vom sensationellen Publikum ihre letzten Kräfte und hätten bei einem Freistoß Young-Pyo Lee (102.) beinahe das Golden-Goal erzielt. Als dann auch noch Totti die Gelb-Rote Karte wegen einer angeblichen Schwalbe sah (103.), war auch Italiens Teamchef Giovanni Trapattoni völlig in Rage und befürchtete das Schlimmste.
117. Minute: Südkorea flippt völlig aus
Einmal mehr eine falsche Abseitsentscheidung verhinderte in der 110. Minute das "goldene Tor" durch Tommasi, im Gegenzug verpasste Hwang völlig freistehend (111.). Zwei Minuten später hatte Gattuso dann in einer flotten, ohne jegliche Zurückhaltung geführten Verlängerung das 2:1 auf dem Fuß. In der 117. Minute flippten dann die Fans in ganz Südkorea komplett aus, denn ausgerechnet Ahn, der zuvor den Elfmeter verschossen hatte, köpfte zum alles entscheidenden Tor ein. Südkorea wiederholte damit den Erfolg des Nachbarn und steht als zweites asiatisches Team nach Nordkorea 1966 in England im Viertelfinale.
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