Völler zieht die WM-Zügel an: Kein Sex mehr!
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Wer holt Sonntag den WM-Titel?
Rudi Völler spürt immer deutlicher die einmalige Chance - und weder der Außenseiter USA noch die Niederlage im Streit um den Quartier-Wechsel sollen ihn von seinem kompromisslosen Weg zum Traumziel WM-Finale abbringen. Nach zwei Tagen Müßiggang und harten Auseinandersetzungen mit den deutschen TV-Anstalten zog der DFB-Teamchef am Montag in Seogwipo die Zügel wieder an.
Der Kampf um die Plätze im Viertelfinal-Team ist eröffnet, die Pflege von "Sorgenkind" Christoph Metzelder, der an beiden Sprunggelenken verletzt ist, läuft auf Hochtouren.
Ausgang bis um Mitternacht plus Besuch der Spielerfrauen & erlaubte Sexspielchen mit der Angetrauten steht für die Spieler nicht mehr auf der Tagesordnung. "Ab sofort ist es damit vorbei - total. Jeder muss dran bleiben", forderte Völler, der sich mit dem bislang Erreichten nicht zufrieden geben will: "Der brutale Druck ist ein bisschen weg. Aber jetzt zu sagen, es ist nicht mehr so schlimm, wenn wir ausscheiden, wäre fatal."
Völlers plötzlicher Glaube an den ganz großen WM-Coup offenbart sich an Kleinigkeiten, wie der geplanten und wieder verworfenen Änderung der Reisepläne im Falle eines Erfolges gegen die USA. Um anschließend "einen Flug weniger zu haben", wollte der Teamchef am kommenden Samstag aus Ulsan direkt weiter zum Halbfinal-Spielort nach Seoul reisen und nicht mehr auf die Insel Cheju zurückkehren. Doch die TV-Anstalten, die vehement gegen einen vorzeitigen Umzug nach Seoul protestiert hatten, stellten gegen Völler auf 1:0. Dieser wiederum hatte die Nase vorne, was großzügige Interviewwünsche nach dem Achtelfinale betraf. Der Teamchef will seine Mannschaft so gut es geht abschotten.
Zum Duell mit den US-Amerikanern meinte Völler, "das wird eine schwere Geschichte". Gegen die Amerikaner hatte seine Mannschaft im März freundschaftlich in Rostock mit 4:2 gewonnen. Was aber überhaupt nicht mehr zählt. Ein entscheidender Vorteil für die deutsche Elf könnte aber sein, dass sie zwei Tage mehr zur Regeneration hat.
Gelassen nahm Völler die internationale Kritik an der mäßigen Leistung seines Teams beim 1:0 gegen Paraguay zur Kenntnis. "Gegen uns Deutsche kommt in der ausländischen Presse immer ein bisschen Neid auf", kommentierte der Weltmeister von 1990. Auf negative Stimmen aus der Heimat reagiert der 42-Jährige dagegen allergisch: "Ich bin ja auch unser größter Kritiker. Wir wissen, dass wir besser als gegen Paraguay spielen müssen, um uns für das Halbfinale zu qualifizieren. Aber ich muss immer warnen, mit welchen Erwartungen wir hierhin gefahren sind. Wenn ehemalige Kicker, mit denen ich noch zusammenspielt habe, Kritik üben, muss ich sagen: Ein paar Kopfbälle zu viel gehabt."
Man werde weiterhin auf die deutschen Tugenden wie Kampf, Disziplin und Teamgeist setzen, denn "Zauberfußball ist von uns nicht zu erwarten". Im übrigen gewinnt nicht immer die beste Mannschaft den Titel, sonst wäre Brasilien 14 Mal Weltmeister geworden.
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