Dienstag, 18. Juni 2002

Führerscheinentzug für "blauen" Rapidler Wallner

  • Hickersberger nimmt den Alko-Sünder in Schutz

"Promille-Roman" ist wegen Trunkenheit am Steuer der Führerschein entzogen worden. Der 20-jährige Wallner war in der Nacht auf Samstag unmittelbar vor der Anreise zum Kapfenberger Trainingslager der Grün-Weißen in Wien angehalten worden. Rapids Neo-Trainer Josef Hickersberger zeigt nun Verständnis für den jungen Stürmer-Star.

"Roman hat mich sofort angerufen, mir alles geschildert. Das war das Positive an der ganzen Enttäuschung", so Hickersberger in einem Interview mit einer österreichischen Tageszeitung. "Scheich Hicke" ist davon überzeugt, dass es dem Grün-Weißen leid tut. Nun will er Wallner zu einem ordentlichen Lebenswandel führen.

Schuld sind die Medien
Die wahren Schuldigen hat Hickersberger auch schon gefunden. Es sind selbstverständlich die Medien, die von Polizisten mit Informationen gefüttert werden. "Wenn es Maier oder Müller getroffen hätte, wär' nix herausgekommen", meinte der Rapid-Coach.

Steinigen oder Auspeitschen?
Die interne Regelung sieht eine Geldstrafe vor. Es wird wohl eine saftige "Spende" sein, denn Wallner ist schon vor über einem Jahr aus einem ähnlichen Grund auffällig geworden und aus dem U21-Team verbannt worden. Auch da darf ein Seitenhieb Hickersbergers auf die Medien nicht fehlen: "Wenn ich lese Rapid belässt es nur bei einer Geldstrafe, dann frage ich mich: Soll er gesteinigt oder ausgepeitscht werden?"

Vorbildwirkung
Auch wenn Wallner nun tief betroffen ist, wie der Trainer beteuert, dann sollte doch die Vorbildwirkung nicht vergessen werden. Immerhin ist Roman Wallner nicht irgenwer, sondern ein wichtiges Mitglied der österreichischen Nationalmannschaft. Dass der Stürmer mit anderen Maßstäben gemessen wird, sollte auch Josef Hickersberger klar sein.

18.6.2002 09:01