Erste Woche von Gesetzten-Exodus bei Herren geprägt
- Erstmals seit 80 Jahren kein US-Amerikaner mehr im Bewerb
- Ab Montag wie erwartet ohne Österreicher
In Wimbledon war am Sonntag Halbzeit und auch der traditionsreiche Ruhetag. Vor allem im Herrenbewerb ist nach dieser ersten Woche kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Das Achtelfinal-Tableau zeigt sich erstmals überhaupt seit Beginn der Setzlisten in Wimbledon nur mit zwei der Top 16. Lediglich der topgesetzte Lleyton Hewitt, der am Samstag durch einen klaren Dreisatzsieg über Julian Knowle den letzten Österreicher in den Einzelbewerben ausgeschaltet hat, und Publikumsliebling Tim Henman (GBR-4) sind noch im Rennen um den Titel.
Wie kurios dieses Turnier verlaufen ist, zeigt auch ein Blick auf die Nationalitäten, die noch vertreten sind. Die ärgste Schlappe erlitten die US-Amerikaner: Erstmals seit 1922, also seit 80 Jahren, ist im Herren-Achtelfinale keiner dabei. Der siebenfache Wimbledon-Champion Pete Sampras sowie Mitfavorit Andre Agassi mussten sich beide völlig überraschend schon in Runde zwei geschlagen geben. Nach dem Aus von Überraschungsmann Jeff Morrison am Samstag gegen Sjeng Schalken ist diese historische Tatsache besiegelt.
Zweite Woche ohne Deutsche
Auch die Deutschen, die allerdings ohne Tommy Haas in London vertreten waren, sind nicht mehr dabei, und dass von den Schweizern nicht Co-Favorit Roger Federer, sondern Michel Kratochvil die Fahnen in Woche zwei hochhalten würde, hat wohl auch niemand erwartet. Im "Rest-Programm" haben sich nun der in großer Form befindliche Hewitt, Henman und auch der nach langer Verletzungspause wieder erstarkte Mark Philippoussis als Favorits herauskristallisiert. Möglicherweise schafft aber auch ein Greg Rusedski im Schatten von Gentleman-Tim den großen Coup.
Williams-Sisters noch auf Sister-Act-Kurs
Bei den Damen hielt sich der Exodus in Grenzen: Venus Williams agiert zwar noch nicht in Topform, hat aber nach wie vor alle Möglichkeiten zum Titel-Hattrick, auch ihre als Nummer zwei gesetzte Schwester Serena, die French-Open-Siegerin ist noch auf Kurs auf einen neuerlichen Sister-Act im Endspiel. Jennifer Capriati und Monica Seles, die Nummern drei und vier, sind ebenfalls noch im Bewerb. Überraschungen boten hier vor allem Kim Clijsters (BEL-5) mit ihrem Aus in Runde zwei gegen Jelena Lichowzewa und Sandrine Testud (FRA-8) gegen ihre wieder erstarkte Landsfrau Mary Pierce, die aber ihrerseits gegen die unbekannteste Achtelfinalistin verlor: die US-Qualifikantin Laura Granville.
Für Österreich enttäuschend
Aus österreichischer Sicht verlief das Turnier ähnlich enttäuschend wie bei den French Open, einziger Lichtblick war Julian Knowle, der für den insgesamt erst zweiten Drittrunden-Platz eines Österreichers bei den Herren nach Alex Antonitsch 1990 (Achtelfinale) sorgte. Babsi Schett enttäuschte mit einer Dreisatzniederlage gegen die erst 17-jährige Myriam Casanova (SUI) in Runde zwei, Babsi Schwartz verlor in Runde eins, Markus Hipfl verlor zum Auftakt auch seinen neunten Fünfsatz-Kampf und Stefan Koubek hatte gute Chancen auf Runde drei, verlor aber in vier Sets. Schett bleibt Österreichs einziger Beitrag, sie steht mit Joshua Eagle im Mixed-Achtelfinale, wo es entweder gegen Miriam Oremans/Paul Haarhuis (NED) oder Lisa Raymond/Leander Paes (USA/IND-5) geht.
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