Dienstag, 18. Juni 2002

Begeisterung in Südkorea Vorbild für EM-Bewerbung

  • Stickler: "Aufbruch und Boom würden uns gut tun"

Mit der Übergabe des Bewerbungsdossiers für die Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2008 am Mittwoch in Nyon haben Österreich und die Schweiz den Ball symbolisch der UEFA zugespielt. ÖFB-Präsident Friedrich Stickler gab am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Wiener Hotel Inter-Continental noch einmal Einblick in die Erwartungen und Hoffnungen von "Top-Fußball zum Greifen nah, Football's best - close to you".

"Es ist uns gelungen - kurz auf den Punkt gebracht - Emotion zu überzeugen", erinnerte Stickler noch einmal an den Auftritt von Philippe Senderos (Kapitän des Schweizer U17-Europameister-Teams) und Susanne Gahleitner (Abwehrspielerin der österreichischen U19-Damen-Nationalmannschaft). Im Gegensatz zu einem Großteil der anderen sechs Kandidaten verzichteten Österreich und die Schweiz bei der Übergabe an UEFA-Generaldirektor Gerhard Aigner auf langatmige Mini-Präsentationen.

Viel Zeit und Arbeit investiert
"Wir haben in das Dossier viel Arbeit investiert und die bisherige Arbeit ist ausgezeichnet. Die Übergabe war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur EM-Vergabe. Im Ministerrat haben wir noch einmal Unterstützung mit auf den Weg bekommen, Regierungserklärungen und Garantien stehen. Bisher haben wir uns sehr gut präsentiert, egal ob beim UEFA-Kongress in Stockholm oder nun bei der Übergabe des Bewerbungs-Dossiers", so der ÖFB-Präsident.

"Die Begeisterung, die derzeit in Südkorea und Japan herrscht, sollte uns als Vorbild dienen. Ein neuer Aufbruch und Boom würde Österreich und der Schweiz sehr gut tun. Wir hätten ein Ereignis, auf welches wir hinträumen könnten. Ein wichtiger Effekt für die Jugend und den Fußball im eigenen Land. Es geht darum, dass sich im Land etwas bewegt - nicht nur im Fußball." Mit dabei beim Bewerbungsdossier war auch eine CD-Rom - bestehend aus allen Seiten als PDF-Files der Print-Version und einem interaktiven Teil. "Wir haben sehr viel Arbeit in den vergangenen Monaten hinter uns. Das ist ein Produkt, auf welches wir sehr stolz sein können", meinte Österreichs Projektleiter Wolfgang Gramann.

Der weitere Zeitplan der EM-Bewerbung hat nun folgendes Aussehen: Am 10./11. Juli werden die Bewerbungsdossiers dem Exekutiv-Komitee übergeben. Im August werden sie an das Komitee für National Teams gesendet. Dann starten die Inspektionsreisen in der Reihenfolge Österreich/Schweiz (19.-23. August), Nordic - Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden (26.-30. August), Russland (9.-13. September), Schottland und Irland (16.-20. September), Ungarn (23.-27. September), Bosnien-Herzegowina und Kroatien (7.-11. Oktober) sowie Griechenland und die Türkei (14.-18. Oktober).

Entscheidung fällt Mitte Dezember
Am 28. Oktober erhält das Komitee der National Teams einen mündlichen Bericht über die Inspektionsreisen. Der 11. Dezember sieht eine 30-minütige Präsentation jedes Kandidaten vor dem Exekutiv-Komitee und dem Komitee der National Teams vor. Tags darauf tritt das Komitee der National Teams zusammen um eine Empfehlung an das Exekutiv-Komitee vorzunehmen. Am 12./13. Dezember 2002 erfolgt schließlich die Vergabe.

18.6.2002 13:40