Vor tunesischer Küste elf Flüchtlinge ertrunken
- Schlepper ließ Passagiere um die Wette schwimmen

Vor der tunesischen Küste sind elf Flüchtlinge bei dem Versuch ertrunken, das Boot eines Schleppers zu erreichen. Sie gehörten zu einer Gruppe von etwa 120 Personen, die am vergangenen Wochenende von der Halbinsel Cap Bon nordöstlich von Tunis zur 60 Kilometer entfernten italienischen Insel Pantelleria übersetzen wollten. Das Boot habe aber nur 70 Personen an Bord nehmen können.
Da die Flüchtlinge sich dem Bericht zufolge weigerten, Lose zu ziehen, soll der Kapitän, vermutlich ein Tunesier, erklärt haben, er werde hinausfahren und die 70 an Bord nehmen, die das Boot als erste schwimmend erreichen. Die tunesische Küstenwacht habe das Boot des Schleppers später aufgegriffen und Besatzung und Passagiere festgenommen. Die marokkanische Marine griff unterdessen ein Schlauchboot mit 24 Menschen auf, die illegal nach Spanien gelangen wollten.
Jährlich reisen nach EU-Angaben rund 500.000 Menschen illegal in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ein. Für eine Fahrt von Tunesien nach Europa verlangen Schlepper umgerechnet etwa 800 Euro. Die Staats- und Regierungschefs der EU berieten am Freitag auf ihrem Gipfel in Sevilla über Maßnahmen, um die illegale Einreise künftig besser bekämpfen zu können.
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