Spanien: 5. Bomben-Anschlag binnen zwei Tagen
- Anschläge überschatten EU-Gipfel in Sevilla
- Anonyme Anrufer: ETA bekennt sich zu Urheberschaft
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Die Serie an ETA-Bombenanschlägen setzt sich weiter fort. Nach nun schon vier Bomben - drei am Freitag und eine am Samstag - explodierte am Nachmittag der fünfte Sprengsatz binnen zwei Tagen. Die Autobombe detonierte in der nordspanischen Hafenstadt Santander. Wie bei der vierten Bombe, wurde auch diesmal niemand verletzt. Bei den drei vorhergehenden Explosionen am Freitag wurden sieben Menschen verletzt. Die baskische Untergrundorganisation ETA bekannte sich zu den Anschlägen.
Zum Ende des EU-Gipfels sind am Samstag in Spanien zwei weitere Bombenanschläge verübt worden: Auf dem Parkplatz eines Hotels bei Malaga explodierte zu Mittag eine Paketbombe, zwei Stunden später flog in der nordspanischen Stadt Santander ein mit Sprengstoff präpariertes Auto in die Luft. Verletzt wurde niemand. Wie bei den drei Anschlägen am Freitag konnte die Polizei nach telefonischen Warnungen die betroffenen Gebiete evakuieren.
Die Anrufer warnten im Namen der baskischen Separatistenorganisation ETA eine halbe Stunde vor den Explosionen vor den Anschlägen. Nach Einschätzung von Beobachtern wollte die ETA mit der Serie von fünf Anschlägen binnen zwei Tagen zeigen, dass sie immer noch in ganz Spanien zuschlagen kann.
Wie die spanische Polizei mitteilte, entstanden beim jüngsten Anschlag in Santander Schäden an Gebäuden und Autos. Zuvor war im Süden des Landes zwischen den Touristenorten Fuengirola und Mijas auf einem Parkplatz eine Zwei-Kilogramm-Bombe detoniert, die in einer Sporttasche versteckt war. Die beiden Hotels in der Nähe konnten vor der Explosion geräumt worden.
Drei Bomben am Freitag
Am Freitag waren in Spanien bei der Explosion von drei Autobomben insgesamt neun Menschen verletzt worden. Alle Anschläge wurden der ETA zugeschrieben. In Saragossa detonierte am Abend eine Autobombe im Parkdeck eines großen Kaufhauses. Zwei Wachmänner und ein junger Franzose wurden leicht verletzt. Die nordostspanische Stadt entging dabei offenbar nur knapp einem Blutbad. Nach Angaben der Behörden hatten die Sicherheitskräfte nach dem Erhalt einer telefonischen Warnung nur 20 Minuten Zeit, das Kaufhaus räumen zu lassen.
Das Attentat weckte in Spanien bittere Erinnerungen an den bisher blutigsten ETA-Anschlag, den die Terroristen praktisch auf den Tag genau vor 15 Jahren auf ein Einkaufszentrum in Barcelona verübt hatten. Damals waren 21 Menschen getötet und 45 verletzt worden.
Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach der spanischen Regierung nach der Serie von Bombenanschlägen sein Mitgefühl aus. Zugleich versicherte Schröder dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar am Samstag zum Abschluss des EU-Gipfels in Sevilla seine Solidarität im Kampf gegen den Terrorismus. "Wir werden diesen Kampf mit Entschiedenheit führen und auch gewinnen", sagte Schröder.
ETA kehrt zum Terror gegen Tourismus zurück
Die ETA verfolgt nach Ansicht von Experten dabei zwei Ziele: Sie will zum einen dem Tourismus in Spanien wirtschaftlich schaden, zum andern erhofft sie sich von dem EU-Gipfel eine zusätzliche Aufmerksamkeit. Die Terroristen hatten in den 80-er Jahren und Anfang der 90-er ganze Anschlagserien auf spanische Ferienzentren verübt, waren dann aber von dieser Art des Terrors abgerückt. Im vorigen Jahr war der Tourismus wieder ins Visier der ETA geraten. Das Auswärtige Amt in Berlin weist Urlauber in seinen Reisehinweisen darauf hin, dass in Spanien bei ETA-Anschlägen eine Gefährdung von Menschen nicht ausgeschlossen werden könne.
Die ETA kämpft seit drei Jahrzehnten für einen eigenen Staat im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs. Sie hatte erst am Donnerstag in einer Erklärung Kritik an der EU geübt, dass sie den Basken das Recht auf eine eigene Heimstatt in Europa verwehre.
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