Besatzung der "Tampa" erhält UNO-Flüchtlingspreis
- Für Seerettung von 438 Asylsuchenden vor Australien

Für die Rettung von 438 Asylsuchenden aus Seenot ist die Besatzung des norwegischen Frachters "Tampa" mit dem Nansen-Flüchtlingspreis der Vereinten Nationen ausgezeichnet worden. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) überreichte den mit 100.000 Dollar (rund 104.000 Euro) dotierten Preis am Donnerstag in Oslo anlässlich des zweiten Weltflüchtlingstags.
UNHCR-Kommissar Ruud Lubbers sagte bei der Preisvergabe, die Crew der "Tampa" habe sich trotz aller Risiken nicht davon abhalten lassen, den Flüchtlingen zu helfen. Der Frachter nahm im August vergangenen Jahres alle der zumeist aus Afghanistan stammenden Asylsuchenden an Bord, obwohl die "Tampa" eigentlich nicht das entsprechende Fassungsvermögen hatte. Die Flüchtlinge wurden von einer sinkenden Fähre im Indischen Ozean gerettet.
Der Kapitän des Frachters, Arne Reitan, sagte: "Für uns war es selbstverständlich, die Menschen an Bord der 'Tampa' zu nehmen. Wir würden das jederzeit wieder tun." Der Preis ging auch an den Eigentümer des Frachters, den Norweger Wilhelm Wilhelmsen.
Nach der Seerettung war Australien in die Kritik geraten, da es die Flüchtlinge abwies und ihre Landung an der australischen Küste verhinderte. Die Asylsuchenden wurden schließlich nach Neuseeland und in den Pazifikstaat Nauru gebracht.
Lubbers rief am Weltflüchtlingstag die Regierungen in aller Welt auf, mehr Geld für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Wenn die internationale Gemeinschaft den Menschen keinen angemessenen Schutz vor Verfolgung bieten könne, würden Flüchtlingslager zu Brutstätten der Verzweiflung.
Weltweit seien zum Ende vergangenen Jahres 12.051.000 Menschen auf der Flucht gewesen und damit 11.000 weniger als 2000, erklärte Lubbers. Dennoch liege die Zahl immer noch über dem Niveau von vor drei Jahren. Die meisten Menschen seien aus Afghanistan, Afrika und Mazedonien geflohen. Im Mittelpunkt des diesjährigen Weltflüchtlingstags stand das Schicksal von Flüchtlingsfrauen, die zusammen mit ihren Kindern bis zu 80 Prozent aller Flüchtlinge und Vertriebenen stellen.
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