Sonntag, 23. Juni 2002

Verletzungen waren zu schwer: Baby Amanda starb

  • Drama in Brunn/Gebirge: Lebensgefährte und Mutter in U-Haft
  • Warum? Frust, weil der Mann aufs Mädchen aufpassen musste

Schädelbrüche, Gehirnverletzungen... Für die 16 Monate alte Amanda kam Hilfe zu spät. Das Baby starb Dienstag Nachmittag im Spital. Der Freund der Mutter und die junge Frau sind in Haft. Er gab zu, dass er das Mädchen misshandelt habe. Warum? Aus Frust, weil er dauernd auf die Kleine aufpassen musste, so Chefinspektor Leopold Etz. Seinen Zorn darüber, dass die 21-jährige immer unterwegs war, habe er an dem wehrlosen Kind ausgelassen.

Der Mann hatte am Wochenende gestanden, das kleine Mädchen misshandelt zu haben. Das Kind ist laut NÖ Sicherheitsdirektion heute, Dienstag, um 14.22 Uhr im Wiener SMZ-Ost gestorben. Laut Ermittlern wurde seit Sonntag an seinem Aufkommen gezweifelt. Hätte das Mädchen überlebt, wären bleibende Schäden zurück geblieben.

Als die Frau Sonntag, gegen 1.00 Uhr nach Hause kam, fand sie ihre Tochter bewusstlos im Gitterbett und rief die Rettung. Ihr Lebensgefährte schlief im Bett daneben. Nach der Erstbehandlung im Krankenhaus Mödling wurde das Mädchen mit Schädelbrüchen und schweren Gehirnverletzungen in die Kinderintensivstation des Wiener SMZ Ost eingeliefert. Bei der Untersuchung wurden auch bereits länger zurück liegende Blutergüsse am Kopf und am Körper gefunden. Der Mann - er hatte zuvor halbherzige Selbstmordversuche unternommen - war beim Eintreffen der Gendarmerie am Vormittag noch leicht alkoholisiert.

Der 26-Jährige und die Mutter sind in U-Haft. Der 21-Jährigen wird Unterlassung der Obsorgepflicht vorgeworfen. Sie habe gewusst, dass ihr Freund das Kleinkind bereits mehrmals geschlagen hatte, und es ihm trotzdem anvertraut.

23.6.2002 11:59