Scheibner präsentiert Roland Ertl als Generalstabschef
- Spitzenposten im Verteidigungsministerium besetzt
- Neue Struktur im Ministerium ab 1. Dezember wirksam

Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F) hat am Donnerstag die neue Führungsmannschaft seines Ministeriums präsentiert. Erster Generalstabschef des österreichischen Bundesheeres wird der bisherige Salzburger Militärkommandant Divisionär Roland Ertl (56). Er wird sein neues Amt am 1. Dezember antreten.
Der Posten des Generalstabschefs wurde mit der Neustrukturierung des Verteidigungsministeriums neu geschaffen. Im Gegensatz zur bisherigen Struktur wird er als einziger Zugriff auf das Heer haben - letztverantwortlich bleibt freilich der Minister. Ihm zur Seite steht der bisherige Leiter der Gruppe Feldzeug- und Luftzeugwesen im Verteidigungsministerium, Divisionär Wolfgang Spinka (55) als Leiter der Generalstabsdirektion, untergeordnet sind der Planungs-, der Führungs- sowie der Rüstungsstab.
Chef des Führungsstabes wird Brigadier Christian Segur-Cabanac (54), bisher Leiter der Operationsabteilung im Verteidigungsministerium. Chef des Planungsstabes wird Brigadier Karl Wendy (49), bisher stellvertretender Leiter der Abteilung Militärstrategie im Generaltruppeninspektorat. Neuer Rüstungsdirektor wird Divisionär Kurt Mörz (56), Leiter des Heeresbau- und Vermessungsamtes.
Nötig wurden die Neubesetzungen durch die umfassende Umgliederung im Ministerium. Aus bisher insgesamt fünf Sektionen - inklusive des Generaltruppeninspektorats wurden nunmehr drei. Neben dem Generalstab sind das die Zentralsektion, die von Rainer Holenia (52), bisher Leiter der Gruppe Personalwesen, - geleitet werden soll, sowie die umfassend definierte Kontrollsektion, an deren Spitze Brigadier Theodor Mather (51, bisher im Generaltruppeninspektorat für Informationstechnologie zuständig) stehen soll.
Mitarbeiterzahl soll von 1.436 auf 905 sinken
Die Mitarbeiterzahl in der Zentralstelle soll durch die Umgliederung von 1.436 auf 905 sinken. Tatsächlich eingespart werden 300 Planstellen. Die Reduktion um weitere 250 ist nur möglich, weil die Aufgaben ausgelagert werden. Eine weitere wichtige Voraussetzung sind eine Senkung der Altersgrenze für Bedienstete auf 60 Jahre sowie ein Angebot für Frühpensionierung ab dem 55. Lebensjahr. Dieser Altersgrenze fällt praktisch die gesamte bisherige Führungsspitze im Heer zum Opfer, darunter auch der bisherige Generaltruppeninspektor Horst Pleiner, der bereits im Vorjahr das 60. Lebensjahr vollendet hat.
Die frei gewordenen Planstellen sollen zur Truppe verlagert werden. Dabei hofft Scheibner, ein Vielfaches an Soldaten einsetzen zu können. Möglich werden soll dies durch eine Umstellung der Berechnung von Planposten auf ein Punktesystem. Dieses soll dem Umstand Rechnung tragen, dass ältere Beamte viel teurer sind als junge. Nach Auskunft aus dem Verteidigungsministerium ist diese Maßnahme politisch akkordiert. Die gesetzliche Umsetzung steht aber noch aus.
Noch offen ist die Besetzung der ebenfalls neu geschaffenen Kommanden für die Landstreitkräfte mit Sitz in Salzburg und die Luftstreitkräfte mit Sitz in Langenlebarn. Diese sollen - ebenso wie die Leitung des Kommandos für Internationale Einsätze in Graz - in den kommenden Tagen ausgeschrieben.
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