Donnerstag, 20. Juni 2002

Die vertrauliche Abfangjäger-Reihung im FORMAT

  • Bewertungskommission zw. Eurofighter und Gripen gespalten
  • Zahlen aus den drei Angeboten

Das Nachrichtenmagazin FORMAT veröffentlicht in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe die streng unter Verschluß gehaltenen Zahlen des Milliardengeschäfts um neue Abfangjäger. Die Bewertungskommission des Wirtschaftministeriums ist wenige Tage vor Bekanntgabe der Typenwahl zwischen Eurofighter und Gripen gespalten.

Laut eines FORMAT vorliegenden vertraulichen Gutachtens, das vor wenigen Tagen der Regierungsspitze übermittelt wurde und dem sich große Teile der Bewertungskommission anschließen, rangiert der zuletzt favorisierte Eurofighter nur auf Platz 2.

Die Zahlen des Berichts im Detail:
- Saab hat das billigste Angebot gelegt: 1,34 Milliarden Euro für 24 Gripen. Zudem stellen die Schweden der österreichischen Wirtschaft 107 Gegengeschäftsvorhaben mit einem Gesamtwert von 6,48 Milliarden Euro in Aussicht. "Rasch umsetzbar" seien Projekte im Wert von "mindesten 2 Milliarden".

- Eurofighter ist mit 1,84 Milliarden Euro das teuerste Produkt. Produzent EADS will in Österreich 85 Kompensationsgeschäfte mit einem Gesamtwert von 3,28 Milliarden einfädeln - "sofort zu startend" seien laut dem Papier Projekte im Wert von einer Milliarde.

- Die Auflistung zahlreicher Mängel muß sich hingegen die amerikanische F-16 gefallen lassen. Obwohl der Jet mindesten eine halbe Flugzeuggeneration hinter seinen Konkurrenten liegt, ist er mit 1,58 Milliarden teurer als der Gripen. Zudem wollen die Amerikaner "entgegen den Ausschreibungskriterien" (Zitat aus dem Bericht) nicht in Euro, sondern in US-Dollar bezahlt werden - was ein beträchtliches Wechselkursrisiko mit sich bringt. Die geforderte Kompensationsquote von 200 Prozent sei "nicht erreicht worden", bekrittelt die Analyse. Außerdem seien die angebotenen 119 Gegengeschäftsprojekte von "recht unterschiedlichem Genauigkeitsgrad."

Lesen Sie mehr in der neuen Ausgabe von FORMAT.

20.6.2002 11:37