Freitag, 14. Juni 2002

Hauptverband will ab Juli Dienstposten um 8% kürzen

  • Hauptverband: Mit weniger Personal eine Million Euro sparen

Die gesetzlich verordnete Reform des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Dachorganisation der Krankenkassen, nimmt konkrete Formen an. Die Zahl der Dienstposten werde per 1. Juli um acht Prozent verringert, meldete der Hauptverband am Freitag. Frei werdende Posten werden nicht nach besetzt, dadurch sei eine mittelfristige Einsparung von jährlich einer Million Euro möglich.

Statt der bisherigen vier Verwaltungsgruppen gibt es künftig die drei Geschäftsbereiche "Zukunft-Sicherung", "Front Office" und "Back Office". Josef Kandlhofer, Sprecher der Geschäftsführung des Hauptverbandes sieht darin - laut Aussendung - die Möglichkeit, künftig rascher und effizienter auf Anforderungen des Gesundheitssystems zu reagieren.

Diese neuen Anforderungen ergeben sich insbesondere durch die gestern beschlossene 60. ASVG-Novelle. Darin enthalten ist u.a. die neue Konstruktion des Ausgleichsfonds der Krankenversicherungen - das heißt, "reiche" Kassen müssen "armen" Geld borgen. Kandlhofer will dafür sorgen, dass diese Gelder so effizient wie möglich eingesetzt werden.

Der Overhead des Hauptverbandes wird künftig aus drei Geschäftsführern und drei Direktoren bestehen, statt der bisherigen 24 Referate gibt es nur noch 12 Abteilungen vor, die auf die drei Geschäftsbereiche aufgeteilt werden.

Die neue Einteilung im Detail: Der Geschäftsbereich "Zukunft-Sicherung" (Leitung Kandlhofer) besteht aus den Abteilungen Grundsatzangelegenheiten, Finanzwesen, Statistik sowie Recht und Personal.

Der Geschäftsbereich "Front Office" (Leitung Josef Probst) umfasst Versicherungs- und Leistungsrecht sowie Vertragspartner Spitäler, Ärzte und Medikamente.

Dem Geschäftsbereich "Back-Office" (Leitung Erich Nischelbitzer) gehören künftig die Abteilungen Zwischenstaatliche Sozialversicherung, Dienstrecht, Wirtschaftswesen sowie EDV-Management an. Sie wird Schnittstelle zur Chipkarten Betriebs- und Errichtungsgesellschaft (SV-ChipBE) sowie der noch zu gründenden SV-Data GmbH. Die SV-ChipBE soll bis Ende 2003 für die reibungslose Einführung der e-Card sorgen, in der SV-Data GmbH werden alle EDV-Aktivitäten zentral konzentriert.

14.6.2002 12:57