Kursrutsch an Europas Börsen geht weiter
- Deutsche Telekom notiert unter zehn Euro
- Technologie- und Medienwerte brechen ein
Die Leitbörsen in Europa haben am Freitag im frühen Handel mit deutlichen Verlusten tendiert. Um 12:22 Uhr MEZ notierte der DAX in Frankfurt mit 4.335,39 Punkten, das entspricht einem Minus von 134,75 Einheiten oder 3,01 Prozent. In London fiel der FT-SE-100 123,1 Stellen oder 2,58 Prozent auf 4.648,8 Zähler.
Auch die Märkte in Paris und Zürich bewegten sich im negativen Terrain. Zum oben genannten Zeitpunkt lag der CAC-40 Index bei 3.853,48 Punkten und damit 103,85 Einheiten oder 2,62 Prozent im Minus. Der SPI notierte mit 4.109,97 Zählern oder einem Abschlag von 95,66 Stellen oder 2,27 Prozent. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 fiel 84,81 Einheiten oder 2,70 Prozent auf 3.057,40 Punkte.
An den Europäischen Börsen standen bisher vor allem Telekom-, Medien- und Technologiewerte (TMT) unter Druck. Aber auch relativ defensive Bereiche wie Banken und Pharma verloren deutlich.
Vodafone brachen um 4,8 Prozent ein da Konkurrent Sprint bekannt gegeben hatte sein angepeiltes Kundenwachstum im Mobilfunkbereich zu verfehlen. KPN fielen um 4,9 Prozent, France Telecom notierten um 4,7 Prozent tiefer. Deutsche Telekom verloren bis dato "nur" 2,8 Prozent, markierten jedoch im Handelsverlauf ein neues Allzeit-Tief bei 9,79 Euro.
Cap Gemini stürzten um fast 9.6% ab
Cap Gemini stürzten nach einer Verkaufsempfehlung durch die Analysten von Merrill Lynch um fast 9,6 Prozent ab. Zusätzlich reduzierte auch Goldman Sachs die Prognosen für das Unternehmen wegen instabiler Umsätze und einer langsamen Margenprogression deutlich. So wird nunmehr für 2002 ein Gewinn von 0,42 (nach 1,00 Euro) je Aktie und für 2003 von 1,68 (nach 2,07 Euro) erwartet.
Marktpsychologe sieht die nahe Zukunft eher pessimistisch
"Ich bin nicht sonderlich optimistisch für die nahe Zukunft", bringt Joachim Goldberg, Marktpsychologe des deutschen Unternehmens Cognitrend seine Einschätzung der Börsenentwicklung auf den Punkt. Er rät daher den Anlegern, "nicht ohne solide Absicherung und ohne Verlustbegrenzung mitzumischen". Es sei derzeit sehr schwierig, den exakten Zeitpunkt einer Bodenbildung für einen Einstieg zu finden. "Die Teilnehmer sollen nicht mit der Taschenlampe im Nebel herumstochern, den Boden zu finden ist reine Glückssache", warnt der Psychologe im APA-Gespräch.
Im Grunde reagiere der Markt überzogen und wäre wegen der "übertriebenen Kursstürze" relativ leicht zu stabilisieren. "Dazu braucht es aber Käufer, und die gibt es nicht", konstatiert der Experte. Daher seien auch keine Unterstützungen nach unten auszumachen, weshalb Goldberg weiteres Abwärtspotenzial für die internationalen Indizes nicht ausschließt. Sollte es dennoch zu einer Erholung an den Börsen kommen, werde diese aber deutlich ausfallen.
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