Donnerstag, 13. Juni 2002

Neue Dachmarke - Jet2Web war "nie glaubhaft"

  • Umstellung "nahezu kostenneutral"

Die börsenotierte Telekom Austria (TA) verabschiedet sich von der Dachmarke "Jet2Web" und tritt ab sofort mit neuer Werbelinie und neuem Logo auf. "Telekom Austria ist ein Markenname, der alles Wesentliche aussagt. Daher machen wir unseren Namen und unsere Unternehmenspersönlichkeit wieder zum Kernelement der neuen Dachmarke", erklärte TA-Generaldirektor Heinz Sundt heute, Donnerstag, vor Journalisten in Wien.

Für Jet2Web habe die TA seit der Einführung im Juni 2000 rund 15 Mill. Euro aufgewendet, und auch die aktuelle Umstellung werde sich im Rahmen des Werbebudgets, das zwischen 25 und 30 Mill. Euro beträgt, bewegen, so Sundt. Insgesamt sei die Umstellung kostenneutral, da das nunmehrige Logo (der Schriftzug "Telekom Austria" auf rot-weiß-rotem Hintergrund) in die ohnehin geplanten Kampagnen einfließe. Die Kosten seien nicht sehr hoch, da zum Beispiel Telefonzellen und Verkaufsshops ohnehin "in weiser Voraussicht" mit abziehbaren Aufklebern versehen worden seien, führte Sundt weiter aus.

"Wir vollziehen damit eine Kurskorrektur. Jet2Web ist nicht überall auf Verständnis gestoßen", so Sundt. Reagiert habe man damals, da der Name Telekom Austria vor der Einführung von Jet2Web mit "aus dem Monopolbereich kommend, beamtenlastig und wenig dynamisch" assoziiert worden sei. "Ob Jet2Web allerdings die richtige Wahl war, sei dahin gestellt", so Sundt. Er persönlich habe die Marke nie als "glaubhaft" empfunden. Zudem sei der Internetbereich heute mit einem wesentlich negativerem Image behaftet. Dem trage man nun auch nach außen hin Rechnung. Nach den Turbulenzen in der New Economy würden wieder Werte wie Stabilität, Sicherheit und Kompetenz im Vordergrund stehen.

Die von Beginn an umstrittene Dachmarke "Jet2Web", die seinerzeit das Posthorn abgelöst hatte, soll nur noch für "echte Multimediaaktivitäten eingesetzt werden und den Portalnamen speed.at ersetzen". Mobilkom Austria werde hingegen auch in Zukunft einen unabhängigen Marktauftritt haben. Allerdings arbeite man an einer erkennbaren Zugehörigkeit zur Telekom Austria. Angesprochen auf das internationalisierte Branding des Mobilfunkanbieters T-Mobile (in Österreich ehemals max.mobil) meinte Sundt: "Jeder Markt hat seine Eigenheiten. Man sollte den nationalen Bedürfnissen Rechnung tragen."

Der neue Unternehmensauftritt werde nun "scheibchenweise auf den Markt gebracht", erklärte TA-Marketingvorstand Rudolf Fischer. "Wichtig ist, dass die Werbung verkauft. Sie muss Umsatz bringen. Schließlich werden wir nie Billigstbieter sein, dazu sind wir zu stark reguliert", so Fischer. Zudem wolle sich die TA durch die Umstellung "vom administrativen Behördencharakter entfernen". Die Angebote der TA würden zudem über neue Vertriebswege "an ungewohnten Points of Sale, wo man bisher keine Telekomprodukte verkauft hat", herangetragen. Näheres wollte Fischer dazu nicht verraten, da man "mitten in den Kooperationsverhandlungen sei".

13.6.2002 21:34

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