Global Equity & Volksbank retten KPNQwest Austria
- Der Internet-Provider wird wieder "EUnet" heißen
- Rund die Hälfte der Mitarbeiter wird abgebaut
Die Zukunft des vor rund zwei Wochen Pleite gegangenen Internetproviders KPNQwest Austria ist gesichert. Der Wiener Venture-Capitalist Global Equity Partners (GEP) und die Volksbank (VB) Investmentbank haben am Dienstag den Kaufvertrag zur Übernahme der Konkursmasse und damit sämtlicher Aktivitäten der Österreich-Tochter des insolventen niederländischen Kabelnetzbetreibers unterzeichnet. Der Kaufpreis wurde nicht verraten. Ein Viertel der Summe geht an die Gläubiger. Das Unternehmen soll - wie vor der Übernahme durch KPNQwest - wieder "EUnet" heißen.
Übernommen werden die Telekomleitungen, das Anlagevermögen zum Betrieb des Basisnetzes (Backbone), das Büro und die notwendigen Mietverträge. Von Personal übernehmen die neuen Eigentümer rund die Hälfte - exakt 50 Mitarbeiter. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen 91 Mitarbeiter, einen Gutteil davon allerdings in einem internationalen Call Center für Österreich, Deutschland und die Schweiz, das nach dem Konkurs des Mutterkonzerns nicht mehr benötigt wird.
Unternehmen wird wieder "EUnet" heißen
Mit der Übernahme verliert KPNQwest Austria auch seinen Namen. Das Unternehmen, dass 1998 von Qwest übernommen wurde, soll wieder seine ursprüngliche Marke erhalten, die sie vor der Übernahme hielt - nämlich "EUnet". Die markenrechtliche Frage soll noch bis Ende dieser Woche geklärt werden. Unter neuem Namen will das Unternehmen dann künftig wieder mehr auf Services als auf den Kabelnetzbetrieb in Österreich setzen. Das Angebot soll dahingehend überarbeitet werden
Chef der neuen Gesellschaft - liebevoll NEUnet genannt - wird der seinerzeitige Gründer der EUnet und nunmehrige Global Equity-Vorstand Herbert Herdlicka. Er will das Unternehmen binnen 3 Monaten konsolidieren. Für das Gesamtjahr strebt Herdlicka trotz leichter Kundenverluste einen Gewinn auf Cash-Flow-Basis an.
"Der Kundenabgang war seit dem Konkurs doppelt so groß wie im Normalfall. Insgesamt haben wir bisher aber sehr wenige Kunden verloren und hoffen, dass die Zahl nicht steigt", sagte Herdlicka. Der Verkauf von KPNQwest Austria an Global Equity und Volksbank - übrigens im Verhältnis 2 zu 1 - war nicht zuletzt aus Furcht vor weiteren Kundenverlusten innerhalb von zehn Tagen abgeschlossen worden. "Das Internet ist ein sehr schnelles Geschäft und so war auch die Übernahme eine extrem schnelle Angelegenheit", betonte Herdlicka. Für die nähere Zukunft schließt Herdlicka weiter IT-Akquisitionen sowohl bei EUnet als auch bei Global Equity nicht aus.
Der Global Equity-Vorstand soll nun für rund sechs bis zwölf Monate das Unternehmen leiten und anschließend in den Aufsichtsrat wechseln. In der Zwischenzeit soll ein neues Management aufgebaut werden. Das alte Management von KPNQwest Austria scheidet aus.
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