Freitag, 14. Juni 2002

Senegal ringt Schweden in der Verlängerung nieder

  • Camara in der 104. Minute mit dem Goldenen Tor
  • Nächstes Achtelfinale: Spanien vs Irland um 13.30 Uhr

Henri Camara traf am Sonntag im sehenswerten Achtelfinal-Duell mit Schweden in Oita zwei Mal und schoss Senegal mit seinem goldenen Tor in der 104. Minute in die Runde der letzten acht. Am Samstag treffen die Afrikaner in Osaka auf den Sieger der Dienstag-Partie Japan - Türkei. Camara traf mit dem linken Fuß via linke Stange zum Siegestor ins Netz, neun Minuten vorher war das Dreikronenteam haarscharf am Aufstieg vorbeigeschrammt, als Andreas Andersson die rechte Stange bombardierte.

Senegal, im Kampf um den Afrikameister-Titel heuer von Kamerun im Elferschießen bezwungen, trat gleichzeitig in die Fußstapfen der doch "bezähmbaren Löwen", die vor diesem 16. Juni als einzige afrikanische Mannschaft (1990) ein WM-Viertelfinale erreicht hatten. Während sich die Schäfer-Elf aber nach dem 0:2 gegen Deutschland schon zu Hause befindet, spielt ihr "Vize" nach dem Triumph zum Auftakt gegen den bereits entthronten Titelverteidiger Frankreich noch immer munter mit und auch das Halbfinale scheint nicht außer Reichweite.

"Wir sind nicht als Touristen hierher gekommen. Ich bin überglücklich, aber wir werden versuchen dieses Match bald zu vergessen und uns voll auf das nächste konzentrieren", waren die ersten Worte von Henri Camara (25), als er sich einmal kurz von den Jubeltänzen mit seinen Kollegen löste.

Schweden nach Führungstor zu passiv
Die Schweden hatten das Spiel vor knapp 40.000 Zuschauern in Oita mit viel Schwung begonnen, von den Senegalesen war zunächst nicht viel zu sehen. Das 1:0 durch Henrik Larsson (24. Länderspieltreffer des "Schotten") nach einem Eckball von Anders Svensson mit dem Kopf erzielt (der ansonsten starke Keeper Sylva sah dabei nicht sehr gut aus) in der 11. Minute, änderte jedoch das Geschehen. Während die Schweden sich nun zurückzogen, wurden die Frankreich-Legionäre immer munterer und initiativer.

Camara sorgte für den Ausgleich
Zunächst blieb nach einem Foul von Jakobsson an Diouf der Elferpfiff aus (15.), dann traf Pape Bouba Diop nach Vorarbeit von Diouf zwar ins Tor, doch wurde auf Abseits entschieden, es war eine ganz knappe Entscheidung (25.). In der 37. Minute fiel dann doch der verdiente Ausgleich. Henri Camara ließ Mjällby aussteigen und traf aus 18 m mit einem platzierten Flachschuss in die linke Ecke - 1:1. Er ließ dann in der 41. Minute eine Flanke von Diouf mit einem schlechten Kopfball ungenützt (41.).

Die Schweden waren vor der Pause nur noch zwei Mal gefährlich. Durch Allbäck, den Daf im Strafraum auch elferverdächtig zu Fall brachte (34.) und durch einen Freistoß von Anders Svensson über die Mauer, den Sylva aber souverän hielt (42.).

Schweden nach der Pause gefährlicher
Nach Seitenwechsel wurde das "Dreikronenteam" wieder aktiver, A. Svensson (46./57.), die eingewechselten Andreas Andersson (72.) und Ibrahimovic (80./88.) vermochten jedoch gute Möglichkeiten nicht zu nützen, während die Senegalesen zwar frisch nach vorne spielten, aber eigentlich nur zwei Mal (Thiaw/75./89.) wirklich gefährlich waren.

Camaras zweiter Auftritt bringt die Entscheidung
In der Verlängerung registrierte man jeweils zwei Möglichkeiten. Zunächst durch Ibrahimovic (92.), dann durch Anders Svensson nach einer schönen Einzelleistung mit dem Stangenschuss (95.). Anschließend waren die Afrikaner dran. Diouf düpierte Mellberg, schoss aber daneben (98.), ehe der zweite große Auftritt von Henri Camara das Match zugunsten der Afrikaner in der 104. Minute beendete und aus "Frankreich B" eigentlich Frankreich A (alle eingesetzten Akteure spielen in der französischen Liga) machte.

Larsson beendet Karriere
Henrik Larsson hat seinen Rücktritt aus der schwedischen Fußball-Nationalmannschaft erklärt. "Das war mein letzter Auftritt für Schweden", sagte der Stürmerstar von Celtic Glasgow, nach der Niederlage der Skandinavier gegen Senegal. Der 30-Jährige, der mit seinem 24. Tor im 72. Länderspiel Schweden in Führung gebracht hatte, gab familiäre Gründe für seine Entscheidung an. Er wolle sich künftig mehr seiner Frau und seinen Kindern widmen.

14.6.2002 13:43