Donnerstag, 13. Juni 2002

Türkei dank brasilianischer Schützenhilfe weiter

  • Traum vom ersten chinesischen WM-Treffer blieb unerfüllt

Die Türkei hat ihr großes Ziel erreicht und ist am Donnerstag als Zweiter der Gruppe C erstmals ins Achtelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft eingezogen. Die Truppe von Teamchef Senol Günes erfüllte in Seoul mit dem ungefährdeten 3:0-(2:0)-Erfolg über WM-Neuling China ihre Pflicht und erhielt gleichzeitig Schützenhilfe vom Rekord-Weltmeister Brasilien, der Costa Rica mit einem 5:2 (3:1)-Kantersieg nach Hause schickte.

In der Runde der letzten 16 Teams trifft die Türkei am Dienstag auf den Sieger der Gruppe H, der erst am Freitag in den Partien Tunesien - Japan und Belgien - Russland ermittelt wird.

Der Traum vom ersten WM-Punkt platzte für die Chinesen bereits nach wenigen Minuten. Zunächst brachte Hasan Sas die Türken mit seinem zweiten Endrunden-Treffer in Front (6.), wobei der Stürmer von Galatasaray Istanbul von einem Patzer von Verteidiger Li Weifeng profitierte. Nur drei Minuten später bereitete Hasan Sas das 2:0 per Flanke vor, die von Bülent Korkmaz mit einem Kopfball-Heber über Keeper Jiang Jin erfolgreich verwertet wurde. Zu diesem Zeitpunkt musste man befürchten, dass das chinesische Team in ein schlimmes Debakel schlittert.

Kein WM-Treffer für China
Der erste WM-Treffer für das Team der Reich der Mitte, für den große Teile der chinesischen Bevölkerung vor dem dritten Vorrundenspiel gebetet hatten, lag in der 28. Minute in der Luft, als Yang Chen nur die Stange traf. Obwohl im Parallelspiel Costa Rica gegen die Brasilianer kurzfristig eine Aufholjagd startete und sogar auf 2:3 verkürzte, gingen es die Türken in der letzten Stunde der Partie sehr gemählich an und verloren den Faden.

Die Chinesen beendeten die Begegnung mit einem Mann weniger, da der zur Pause eingewechselte Shao Jiayi nach einem Foul mit gestrecktem Bein gegen Emre Belozoglu in der 59. Minute ausgeschlossen wurde. Damit war der von Teamchef Bora Milutinovic zum Hauptziel erklärte erste Torerfolg in noch weitere Ferne gerückt. Stattdessen kassierte man noch das 0:3, das Ümit Davala nach Flanke von Hasan Sas (85.) fixierte.

Türkei mit Rang zwei aufgestiegen
Die Türken (5:3 Tore) sicherten sich dadurch den zweiten Rang hinter den überlegenen Brasilianern auf Grund der besseren Tordifferenz gegenüber Costa Rica (5:6 Tore), das mit vier Punkten im Gepäck die Heimreise antreten muss. Ebenfalls die Heimreise treten die Chinesen an, sie haben jedoch weder ein Tor erzielt noch einen Zähler ergattert.

Den letzten Auftritt der Chinesen für eine Protestaktion genützt hat die Meditationsbewegung Falun Gong. Etwa 200 Anhänger aus Südkorea, Japan, Taiwan, den USA und China versammelten sich in der Nähe des Stadions und skandierten "Falun Gong ist gut!". Die Organisation ist seit 1999 in China verboten.

13.6.2002 10:50