Mittwoch, 12. Juni 2002

England spazierte torlos gegen Nigeria ins Achtelfinale

  • Eriksson-Truppe nach dürftiger Pflichtübung gegen Dänemark
  • "Super Eagles" aus Nigeria holten sich ersten WM-Punkt

England hat sich in der so schwierigen WM-Vorrundengruppe F erfolgreich aus der Affäre gezogen und gemeinsam mit Schweden den Sprung ins Achtelfinale geschafft. Im dritten und letzten Gruppenspiel begnügte sich der Weltmeister von 1966 in Osaka mit einem 0:0 gegen das bereits chancenlose Nigeria und trifft nun in der Runde der letzten 16 Teams am Samstag auf Dänemark (Sieger Gruppe A). Die Vorstellung beider Teams war jedoch vor allem nach Seitenwechsel trostlos.

Nigerias Teamchef Adegboye Onigbinde nahm im Vergleich zur 1:2-Niederlage gegen Schweden fünf Änderungen vor. Davon profitierte auch der ehemalige GAK-Stürmer Benedict Akwuegbu, der gemeinsam mit dem 17-jährigen Femi Opabunmi (damit drittjüngster WM-Spieler aller Zeiten) sowie dem auf Grund seines spektakulären Torjubels berühmten Julius Aghahowa zum ersten Mal bei dieser Endrunde stürmen durfte. Das Arsenal-Stallduell zwischen Sol Campbell, Ashley Cole und David Seaman (England) und Nwankwo Kanu (Nigeria) fiel aus, da der lädierte Kanu nicht mehr zum Einsatz kam.

Die nach zwei Auftaktniederlagen bereits ausgeschiedenen "Super-Eagles" machten es den Engländern zunächst alles andere als einfach und wollten die Heimreise mit einem Achtungserfolg im Gepäck antreten. Die besten Möglichkeiten vor der Pause hatten jedoch die Briten. Michael Owen wurde im letzten Moment abgeblockt (35.) und Nigerias Keeper Vincent Enyeama lenke einen Schuss von Paul Scholes an die Stange (44.).

Nach dem Wechsel schlief die Partie beinahe vollkommen ein. Nigeria begnügte sich mit dem ersten Punkt im laufenden Turnier und die Engländer schienen mit dem zweiten Gruppenplatz (Achtelfinal-Gegner Dänemark) gut leben zu können. Die letzten kleinen Höhepunkte gingen ebenfalls auf das Konto des Teams von Sven-Göran Eriksson, in der 59. Minute verpasste Michael Owen eine flache Hereingabe von Emile Heskey und in der 79. Minute strich eine verunglückte Flanke von Cole über die Latte.

Opabunmi drittjüngster WM-Spieler aller Zeiten
Teenager Femi Opabunmi avancierte mit seinem Einsatz gegen England zum drittjüngsten Spieler der Weltmeisterschafts-Geschichte. Opabunmi, der bei den Shooting Stars Ibadan spielt, wurde im März 1985 geboren und betrat im Alter von 17 Jahren und 101 Tagen das Spielfeld in Osaka. Jünger als der Nigerianer waren bei ihren ersten Endrunden-Einsätzen lediglich der Nordire Norman Whiteside (1982, 17 Jahre und 41 Tage) sowie der Kameruner Samuel Eto´o (1998, 17 Jahre und 99 Tage). Im Falle eines Torerfolges wäre Opabunmi der jüngste WM-Schütze aller Zeiten gewesen, diesen Rekord hält jedoch nun weiterhin der Brasilianer Pele, der 1958 beim 1:0 im Viertelfinale gegen Wales 17 Jahre und 239 Tage jung war.

12.6.2002 10:49