Montag, 10. Juni 2002

ÖSV-Abfahrts-Herren trainieren am Wörther See

  • Diskussionen um neuen Startmodus in den Speed-Disziplinen
  • Techniker am Stilfserjoch bereits auf Schnee unterwegs

Das ÖSV-Abfahrtsteam der Herren rund um Trainer Robert Trenkwalder hat am Sonntag im Hotel Schloss Seefeld am Wörther See ein Konditionstrainingslager aufgeschlagen. Am Programm stehen für Fritz Strobl, Werner Franz, Hannes Trinkl, Peter Rzehak und Co. Training am lokalen Sportplatz und in der Kraftkammer sowie Radfahren.

Für Dienstag ist Grasskifahren auf der Schleppe bei Klagenfurt geplant. Beherrschendes Thema bei einer Pressekonferenz am Montag war aber der vom internationalen Skiverband (FIS) beschlossene neue Startmodus in den Speed-Disziplinen.

In Zukunft sollen sich die Topfahrer ihre Startnummer für Abfahrt und Super G nicht mehr selbst wählen können. Die Vergabe erfolgt anhand der Trainingsergebnisse, der Schnellste erhält die Nummer 30. Gibt es keinen Zeitlauf (Super G), fährt der Erste der Weltcup-Startliste als 30. "Ich sehe das so: ich hatte einen sehr guten Winter und werde jetzt dafür bestraft", ärgerte sich Olympiasieger Fritz Strobl, der in den Disziplinen-Wertungen Rang zwei (Abfahrt) und drei (Super G) belegte.

Auch Trainer Trenkwalder betrachtet die FIS-Beschlüsse mit Skepsis: "Die Österreicher haben in den letzten Jahren 95 Prozent aller schnellen Rennen gewonnen. Da wird jetzt was gemacht, damit die Konkurrenz wieder aufholen kann. Ein Versuch, Chancengleichheit herzustellen", vermutet der Tiroler.

Techniker am Stilfserjoch
Während das ÖSV-Abfahrtsteam der Herren im Hotel Schloss Seefeld am Wörther See ein Konditionstrainingslager aufgeschlagen hat, üben die Techniker am Stilfserjoch in Südtirol bereits auf Schnee. Mit dabei ist auch der Kärntner Christian Mayer, der es nach der für ihn verpatzten Olympiasaison noch einmal "wissen" will.

"Zum Unterschied zu den vergangenen zwei Jahren konnte ich heuer erstmals wieder ein volles Krafttraining absolvieren", sagt Mayer. "Ich fühle mich so gut wie schon lange nicht mehr." Vor einem Jahr musste er noch an die 20 Tabletten schlucken, damit er überhaupt trainieren konnte. Jetzt benötigt Mayer keine einzige Tablette mehr. "Meine Werte können sich wieder sehen lassen", freut er sich. "Der Gesamtzustand meines Körpers muss aber noch besser werden. Dafür haben wir ja noch bis Oktober Zeit."

10.6.2002 14:12