Rich Beem gewinnt mit einem Schlag Vorsprung
- Tiger Woods Zweiter vor Chris Riley

Der Tiger kämpfte wie ein Löwe, seine imposante Aufholjagd blieb jedoch ungekrönt. Vier Birdies auf den letzten vier Löchern reichten Superstar Eldrick Tiger Woods nicht aus, um den ersten Major-Triumph von Rich Beem zu verhindern. Unbeeindruckt von der "Tiger-Hatz" spielte der Texaner am Sonntag auf dem gefürchteten Par-72-Kurs des Hazeltine National Golf Clubs in Chaska die Finalrunde souverän zu Ende und gewann mit 278 Schlägen (72+66+72+68) die 84. PGA-Championship. Mit einem Schlag mehr landete Woods (279 - 71+69+72+67) erstmals bei einem Major-Turnier auf Rang zwei. Dritter wurde ihr US-Landsmann Chris Riley (283 - 71+70+72+70).
Für Richard Michael, kurz Rich, Beem war das Glück vollkommen. Er war ohne jede Erwartung angereist. "Ich staune über mich. Ich wollte doch nur Spaß haben. Nie hätte ich mir träumen lassen, zu siegen", sagte der am Samstag 32 Jahre alt werdende Überraschungs-Gewinner. Sein Aufstieg in den Golf-Olymp gleicht fürwahr einem kleinen Wunder.
80.000 Dollar für Wiedereinstieg
Vor sieben Jahren hatte er seine wenige Monate währende Profi-Karriere wieder aufgegeben. Statt Golfschläger zu schwingen, zog er mit einer Freundin von El Paso nach Seattle, um dort für einen Stundenlohn von sieben Dollar Handys und Stereoanlagen für Autos zu verkaufen. Erst als Ostern 1996 ein Freund aus College-Tagen ein PGA-Turnier gewann, kehrte er halbherzig auf die Fairways zurück. Um wieder auf der PGA-Tour einsteigen zu können, sammelten 30 Mäzene für ihn 80.000 Dollar. Zwei Mal siegte der Weltranglisten-73. seither.
Birdie aus elf Metern
Als der nach drei Runden mit drei Schlägen vorn liegende Justin Leonard (284 - 72+66+69+77), der auf den vierten Rang durchgereicht wurde, am achten Loch mit einem Doppel-Bogey patzte, übernahm Beem erstmals die alleinige Führung und gab sie nicht mehr ab. Am elften Loch glückte ihm ein Eagle, womit er drei Schläge vor Woods lag, der als Vierter mit vier Schlägen Rückstand auf die Schlussrunde gegangen war. Als der Weltranglisten-Erste am 13. und 14. Loch mit Bogeys patzte und Beem am 16. Loch aus elf Metern zum Birdie einlochte, schien dem Nobody der Siegerscheck von 990.000 Dollar sicher zu sein, Woods mit fünf Schlägen Rückstand vorzeitig geschlagen.
Woods wollte siegen
Doch Woods kämpfte verbissen. Erstmals wollte er einen Major-Sieg erspielen, bei dem er nach drei Runden nicht geführt hatte. Und er wollte auch als erster Profi in einem Jahr die drei US-Grand-Slams gewinnen. Als er am Abschlag des 15. Loches stand, hatte Woods seinem Cady ins Ohr geflüstert: "Wenn ich jetzt nur noch Birdies spiele, gewinne ich".
Frustrierter "Tiger"
Er schaffte zur Begeisterung der Zuschauer mit "Wunderschlägen" dieses Vorhaben, doch selbst ein Bogey von Beem am letzten Loch ließ letztlich seinen Wunsch unerfüllt. "Das ist frustrierend. Es ist enttäuschend, nur Zweiter zu werden. Ich bin frustriert", grantelte Woods. Dem Tagesbesten fiel es schwer, seinen Bezwinger zu beglückwünschen.
Hüfttanz wie einst Roger Milla
Als Beem den Ball im 18. Loch wähnte, riss er beide Arme in die Höhe und vollführte einen kurzen Hüfttanz, wie ihn einst Kameruns Fußballstar Roger Milla kreiert hatte, ehe er seiner Ehefrau Sara in die Arme fiel und zum Tisch mit der silbernen Wanamaker Trophäe eilte, um sie zu küssen. "Ich habe mich bestimmt wie ein Idiot verhalten", meinte Beem hinterher. Zumindest die 45.000 Zuschauer sahen das nicht so - sie feierten den Premieren-Champion.
| Ergebnisse US PGA-Championship |
| 1. | Rich Beem (USA) | 278 (72+66+72+68) |
| 2. | Tiger Woods (USA) | 279 (71+69+72+67) |
| 3. | Chris Riley (USA) | 283 (71+70+72+70) |
| 4. | Fred Funk (USA) | 284 (68+70+73+73) |
| . | Justin Leonard (USA) | 284 (72+66+69+77) |
| 6. | Rocco Mediate (USA) | 285 (72+73+70+70) |
| 7. | Mark Calcavecchia (USA) | 286 (70+68+74+74) |
| 8. | Vijay Singh (FIJ) | 287 (75+74+74+68) |
| 9. | Jim Furyk (USA) | 288 (68+73+76+71) |
| 10. | Sergio Garcia (Esp) | 289 (75+73+73+68) |
| . | Stewart Cink (USA) | 289 (74+74+72+69) |
| . | Robert Allenby (Aus) | 289 (76+66+77+70) |
| . | Pierre Fulke (Suè) | 289 (72+68+78+71) |
| . | Ricardo Gonzalez (Arg) | 289 (74+73+71+71) |
| . | Steve Lowery (USA) | 289 (71+71+73+74) |
| . | Jose Coceres (Arg) | 289 (72+71+72+74) |
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