Donnerstag, 13. Juni 2002

Fall Cavagnoud: Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein

  • Gegen 2 Trainer wird in Frankreich weiterermittelt

Im Fall der französischen Skirennläuferin Regine Cavagnoud, die Ende Oktober 2001 im Tiroler Pitztal tödlich verunglückt ist, wird es in Österreich kein Strafverfahren geben. Wie der zuständige Innsbrucker Staatsanwalt Richard Freyschlag mitteilte, wurden die Ermittlungen gegen vier Personen (u.a. auch gegen den deutschen Trainer Markus Anwander, der bei dem Unfall schwer verletzt worden ist) eingestellt.

Aufrecht bleibt hingegen das Verfahren gegen zwei französische Trainer. Dieses werde aber in Frankreich weitergeführt. Gegen die zwei deutschen Trainer (darunter auch Anwander) sowie gegen einen Physiotherapeuten der deutschen Ski-Mannschaft und einen französischen Trainer war wegen des Verdachts der "fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen" sowie gegen "fahrlässige Körperverletzung" ermittelt worden. Letzterer bezog sich auf Anwander, der bei dem Trainingslauf am Pitztaler Gletscher mit Cavagnoud zusammen gestoßen war und dabei schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Der 40-jährige lag drei Wochen lang im künstlichen Koma.

Vorerst noch unklar sei, "wie es in Frankreich weitergeht", sagte Freyschlag. Dort soll das Strafverfahren gegen die französischen Trainer Xavier Fournier und David Fine weitergeführt werden.

Cavagnoud war am 29. Oktober des vorigen Jahres auf der von Skirennfahrern des deutschen und französischen Teams gemeinsam benützten Strecke gestartet, obwohl sich Anwander noch zur Präparierung auf der Piste befunden hatte. Die Super-G-Weltmeisterin verstarb kurz darauf an den Folgen des Zusammenstoßes mit dem deutschen Trainer in der Innsbrucker Klinik. Seitdem hatte die österreichische Staatsanwaltschaft ermittelt.

13.6.2002 14:10