Papst zelebrierte Heiligsprechungsfeier für Padre Pio
- Hunderttausende Pilger in Rom
- Plus: Mehr Infos über Padre Pio (siehe Kasten rechts)
Vor rund 300.000 Zuschauern hat Papst Johannes Paul II. in Rom den italienischen Kapuzinermönch Padre Pio heiliggesprochen. Die Menschen versammelten sich am Sonntag bei tropischen Temperaturen auf dem Petersplatz und in den angrenzenden Straßen, wo die Zeremonie auf einem Dutzend Großleinwänden übertragen wurde. Die italienischen Rettungskräfte hatten 750.000 Flaschen Mineralwasser bereitgestellt, um sie unter den hitzegeplagten Gläubigen zu verteilen. Für den schwerkranken Papst war es bereits die 462. Heiligsprechung.
In San Giovanni Rotondo, dem Hauptort des Lebens und Wirkens des Mönchs, wurden für Sonntag mehr als 60.000 Menschen erwartet. In Pietrelcina im Süden Italiens, wo Padre Pio 1887 zur Welt gekommen war, wurde für Sonntag immerhin mit 50.000 Gläubigen gerechnet. Die Kapuziner kündigten an, auf einer Anhöhe ein riesiges Kreuz für den 1968 gestorbenen Mönch zu errichten, das "auf Hunderte von Kilometern" zu sehen sein soll.
Der Kult um den Kapuzinermönch hat San Giovanni Rotondo zum zweitgrößten Wallfahrtsort der Welt gemacht, zu dem alleine im vergangenen Jahr täglich rund 30.000 Gläubige pilgerten. Das kleine Dorf hat bei 26.000 Einwohnern inzwischen 180 Hotels und Pensionen; die Pilger bringen nach Angaben des Bürgermeisters jährliche Tourismus-Einnahmen in Höhe von "hunderten Millionen Dollar". Ein bedeutenderer Wallfahrtsort ist nur Notre Dame von Guadalupe in Mexiko.
Der Papst sprach in seinen bald 24 Jahren als Oberhaupt der katholischen Kirche insgesamt 462 Menschen heilig. Seine 263 Vorgänger hatten es zusammen nur auf 296 Heiligsprechungen gebracht. Auch mit 1288 Seligsprechungen hält der 82-Jährige einen Rekord. Zwei weitere Heiligsprechungen sind für den Sommer in Guatemala und Mexiko geplant.
Im schwäbischen Kaufbeuren haben am Sonntag mit einem Glaubenstag die Feierlichkeiten anlässlich der Heiligsprechung der Klosterfrau Crescentia Höß (1682-1744) begonnen. Mehrere 1000 Gläubige folgten am Samstag bei einer Prozession dem Schrein mit Reliquien der Franziskanerin durch die Kaufbeurer Altstadt. Bis zum 23. Juni dauert das Fest zu Ehren der Kaufbeurer Klosterfrau, die am 25. November 2001 von Papst Johannes Paul II. in Rom heilig gesprochen worden war. Die Klosterfrau Crescentia von Kaufbeuren wird als charismatische Mystikerin verehrt, die bei Problemen, in religiösen Anliegen und bei politischen Schwierigkeiten Rat wusste.
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