Freitag, 14. Juni 2002

Forschungsschiff steckt gemeinsam mit Eisbrecher fest

  • Dicke, aufgetürmte Schollen blockieren ihnen die Fahrt

Der argentinische Eisbrecher "Almirante Irizar", der das deutsche Forschungschiff "Magdalena Oldendorf" aus dem strengen Winter der Antarktis befreien sollte, steckt jetzt selbst im Packeis fest. Beide Schiffe kämen zurzeit nur noch mit einer Geschwindigkeit von vier Kilometern pro Stunde voran, hieß am Mittwoch auf der Internetsite der argentinischen Marine (www.ara.mil.ar).

Dicke, aufgetürmte Schollen blockieren ihnen die Fahrt. Gefahr drohe durch den großen Druck, mit dem das Eis auf den Bordwänden laste. Die "Almirante Irizar" suche nun nach Brüchen in der Eisdecke, durch die beide Schiffe in offene Gewässer gelangen könnten. Nach Angaben der Marine hat der Eisbrecher genügend Vorräte an Bord, um notfalls den Sommer abzuwarten, der auf der südlichen Erdhalbkugel im November beginnt.

Die "Magdalena Oldendorf" sollte russische Wissenschafter in die Antarktis bringen, um mehrere Forschungsstationen mit Proviant und Ausrüstung zu versorgen. Nachdem das gecharterte Schiff Anfang Juni im Eis stecken geblieben war, wurden die meisten der 79 Forscher und 28 Besatzungsmitglieder mit Hubschraubern ausgeflogen.

Die Wissenschafter haben inzwischen die Motorenwerke Bremerhaven für das Scheitern ihrer Mission verantwortlich gemacht und Klage eingereicht. Sie werfen der Firma vor, den eigentlich für die Expedition vorgesehenen Eisbrecher "Akademik Fjodorow" bei Reparaturarbeiten beschädigt und deshalb nicht rechtzeitig bereitgestellt zu haben. Dies bestreitet die Werft.

14.6.2002 14:46