Rumsfeld zu Beratungen über Kaschmir in Islamabad
- Kooperation Pakistans gegen El Kaida gewürdigt

·Die Lieferanten
Quellen der Waffen der Streitparteien
·Hintergrund
Indien & Pakistan führten 3 Kriege
Nach seinen vorangegangenen Gesprächen in Indien hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld auch mit der pakistanischen Regierung über den Kaschmir-Konflikt beraten. Bei einer Unterredung mit Präsident Pervez Musharraf in Islamabad lobte Rumsfeld am Donnerstag die Kooperation Pakistans bei der Bekämpfung des Terrornetzwerks El Kaida.
Zugleich betonte Rumsfeld - nach Protesten aus Pakistan -, die USA hätten keinerlei Beweise für El-Kaida-Aktivitäten in Kaschmir.
Am Mittwoch hatte Rumsfeld in Neu-Delhi erklärt, es gebe Anzeichen dafür, dass El-Kaida-Kämpfer in der Nähe der Waffenstillstandslinie in der umstrittenen Himalaja-Region operierten. Er machte allerdings keine Angaben dazu, auf welcher Seite der Grenze wie viele von ihnen im Einsatz sein sollen. Indien hat wiederholt geltend gemacht, El-Kaida-Anhänger und andere militante Islamisten seien im pakistanischen Teil Kaschmirs aktiv und würden gezielt ins Nachbarland eingeschleust. Dies ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen den beiden verfeindeten Atommächten.
Pakistan sichert Hilfe bei Kampf gegen El Kaida zu
In Islamabad erklärte Rumsfeld nunmehr, die USA hätten zwar entsprechende Hinweise von Geheimdienstmitarbeitern erhalten, doch seien diese spekulativ und ohne Beweisgrundlage. Sollte Pakistan jedoch herausfinden, dass tatsächlich El-Kaida-Kämpfer in Kaschmir operierten, würde die Regierung in Islamabad zweifellos gegen sie vorgehen, sagte der amerikanische Verteidigungsminister. Pakistan sei bei der Bekämpfung des Netzwerks im westlichen Nachbarland Afghanistan sehr hilfreich gewesen.
Grenzregion zu Kaschmir zur Zeit ruhig
An der Grenze im geteilten Kaschmir blieb es am Donnerstag relativ ruhig. Sporadischen Gefechten waren in der Nacht zuvor fünf weitere Menschen zum Opfer gefallen, wie örtliche Regierungsvertreter mitteilten. Unterdessen kehrten 15 indische Kriegsschiffe, die in Gewässer nahe der pakistanischen Küste verlegt worden waren, in den Hafen von Bombay zurück. Indien hatte sie als Geste des guten Willens zurückbeordert. Pakistan erwiderte allerdings, dass die Spannungen anhielten, solange sich das indische Heer und die Luftwaffe an der pakistanischen Grenze in bedrohlicher Stellung befänden.
Der Präsident und der Regierungschef im pakistanischen Teil Kaschmirs beteiligten sich indessen in der Provinzhauptstadt Muzafarrabad an einer Demonstration gegen die "doppelzüngige Politik" der Vereinigten Staaten in der Region. Der Kampf in Kaschmir habe nichts mit Terrorismus zu tun, sondern sei ein Freiheitskampf, erklärten Sardar Mohammed Anwar und Sardar Sikandar Hayat Khan. Moslemische Rebellen kämpfen schon seit Jahren um die Unabhängigkeit eines wiedervereinigten Kaschmirs oder dessen Anschluss an Pakistan.
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