Dienstag, 11. Juni 2002

Flammen in Arizona außer Kontrolle

  • Kein Schuldbekenntnis von Försterin in Colorado

Im US-Bundesstaat Arizona droht ein außer Kontrolle geratener Waldbrand mehrere Ortschaften zu verschlingen. Die Flammen, die sich seit Mittwoch rund 200 Kilometer nordöstlich von Phoenix mit rasender Geschwindigkeit ausgebreitet haben, zerstörten am Donnerstag bereits mehrere Waldhütten unmittelbar am Ortsrand von Pinedale. Die 4000 Einwohner flohen. In Show Low rechneten 7700 Einwohner jeden Moment mit den Alarmsirenen, die zur Evakuierung auffordern. In Denver erschien unterdessen die Försterin vor Gericht, die das riesige Feuer im Bundesstaat Colorado gelegt haben soll.

Terry Barton bekannt sich bei der Anklageverlesung "nicht schuldig". Der Mutter zweier Kinder wird unter anderem Brandstiftung, die Schädigung von Bundeseigentum und die Gefährdung von Menschenleben vorgeworfen. Wenn sie schuldig gesprochen wird und die Strafen aneinander gehängt werden, könnte sie zu 65 Jahren Haft und einer Strafe von einer Million Dollar (1,04 Millionen Euro) verurteilt werden.

Die Behörden glauben der Försterin nicht, dass sie das Feuer aus Versehen auslöste, als sie einen Brief verbrannte. Der Brand sei absichtlich gelegt worden, meinen sie.

Aus den Flammen hatte sich bis Donnerstag ein Waldbrand im Ausmaß von 55.000 Hektar entwickelt. Regen und hohe Luftfeuchtigkeit kam den Feuerwehrleuten dort am Donnerstag zu Hilfe. Sie halfen, ein weiteres Vorrücken der Flammen zunächst zu verhindern. Insgesamt brannten 95 Gebäude nieder, das meiste davon Schuppen und Ställe.

Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte Colorados. Die Feuerwehr fürchtet, dass der Brand bis September lodern könnte. Präsident George W. Bush erklärte Teile des Staates zum Katastrophengebiet. Dadurch haben die Regionen Zugang zu Bundesmitteln.

11.6.2002 07:40