Integrations-Verein: Gehrer diskriminiert Behinderte
- Geplante Novelle für behinderte Schüler diskriminierend

Heftig kritisiert wird die von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (V) geplante Schulrechtsnovelle vom Verein "Integration Österreich". Unter dem Motto "Matura für geistig behinderte Kinder" fordert der Verein die "gesetzliche Nichtaussonderung behinderter Kinder in allen Schultypen", so die Vorsitzende Maria Brandl. Der vorliegende Entwurf beschränke die fortführende Integration nach der achten Schulstufe nur auf die polytechnische Schule und sei für behinderte Menschen schwer diskriminierend.
Österreich habe bis zur achten Schulstufe ein ausgezeichnetes Integrationssystem für behinderte Menschen. Dieses europaweit einzigartige Vorzeigemodell gehe auf den ehemaligen Unterrichtsminister Rudolf Scholten (S) zurück, erklärte Rene Schindler von "Integration Österreich". Dann aber reiße die Integration ab und man könne den behinderten jungen Menschen nichts mehr bieten. Die Schulrechtsnovelle, die nächste Woche den Ministerrat passieren soll, wolle nun die Integration auf die neunte Schulstufe ausweiten. Die Integration, so der Plan Gehrers, soll auf die polytechnische Schule ausgedehnt werden.
"In Wien wählen 90 Prozent der Eltern einen anderen Schultyp als die polytechnische Schule für ihre Kinder. Diese Schule ist für die Integration völlig ungeeignet", stellte Gerhard Tuschel, Landessonderschulinspektor des Wiener Stadtschulrates, fest.
Der Entwurf der Unterrichtsministerin sei verfassungswidrig und widerspreche den EU-Richtlinien, kritisierte Martin Ladstätter vom Behindertenberatungszentrum "BIZEPS". Das Gesetz sei diskriminierend und habe eine gewaltige Welle der Ablehnung nach sich gezogen. "Nächstes Jahr ist nicht nur Wahljahr, sondern auch das Jahr der behinderten Menschen. Wenn dieses Gesetz wirklich kommt, dann macht sich Österreich lächerlich", so Ladstätter. Und weiter: "Bildung ist ein Menschenrecht und Menschenrechte gelten für alle."
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