Donnerstag, 13. Juni 2002

Gerichtlich verboten: Verlag wollte Wahrheitsbeweis!

  • Anwalt wollte Außenministerin und Bischof Krenn als Zeugen

Edwin Morent, der Anwalt des Verlags, hätte gern den Wahrheitsbeweis angetreten. Er wollte neben dem Ehepaar Klestil prominente Zeugen hören: Außenministerin Benita Ferrero-Waldner sowie den St. Pöltner Bischof Kurt Krenn.

Letzteren zum Beweis dafür, "dass Klestil gar nicht mehr das Gesicht verlieren hätte können", wie der Anwalt argumentierte. Das sei nämlich schon mit dessen Scheidung erfolgt: Nach dem Codex Iuris Canonici lebe Thomas Klestil jetzt "in schwerer Sünde" und sei deshalb eigentlich von der Kommunion ausgenommen, bemerkte Morent.

Der Wahrheitsbeweis wurde nicht zugelassen: Die gegenständlichen Behauptungen beträfen den höchstpersönlichen Lebensbereich und stünden in keinem Zusammenhang mit dem öffentlichen Leben, so die Richterin. "Es hat keine Notwendigkeit gegeben, diese Dinge wieder an die Öffentlichkeit zu zerren", erklärte sie. Die gerüchteweise kolportierte Abtreibung war 1996 erstmals Gegenstand von Spekulationen gewesen.

13.6.2002 14:34


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