Mittwoch, 12. Juni 2002

NEWS-Exklusiv-Interview mit "Freier" Helfried B.

  • Gibt es noch weitere Opfer?
  • PLUS: Alle Infos und Hintergründe zu den Morden

Vier Morde und ein Geständnis – die Polizei ermittelt weiter. Der mutmaßliche Huren-Mörder Helfried B. spricht in NEWS über den Widerruf seines Geständnisses, seine Kindheit und seinen Hass auf Frauen.

NEWS: Im Verhör mit der Kriminalpolizei sollen Sie ausführlich über Ihren Hass auf Frauen gesprochen haben. Hassen Sie Frauen wirklich so sehr?

Helfried B.: Diese Abneigung gegen Frauen rührt schon aus meiner Kindheit her. Die Frauen, mit denen ich da zu tun hatte, sind sehr gemein zu mir gewesen. Ich hatte einen weiblichen Klassenvorstand: Diese Lehrerin war einfach schrecklich, ich hab richtig gemerkt, dass sie mich nicht mag. Und meine Mitschülerinnen haben mich verspottet, und das nur deswegen, weil ich nicht schwimmen konnte. Das alles hat natürlich Spuren an meiner Seele hinterlassen ...

NEWS: Und Sie wollten deshalb niemals eine Liebesbeziehung mit einer Frau eingehen?

Helfried B.: Man kann das so sagen: Ich hab nie ein besonderes Interesse daran gehabt, mit einer Frau ein näheres Verhältnis anzufangen. Allerdings: Zweimal in meinem Leben war ich schon so etwas wie ein bisschen verliebt. Einmal mit 16 in ein Nachbar-Mädchen, das mich jedoch nicht richtig wollte, und später dann in eine junge Frau, die jedoch lieber einen Kollegen von mir geheiratet hat. Bei beiden Versuchen bin ich also leider ziemlich abgeblitzt.


NEWS: Ihre einzigen sexuellen Kontakte haben Sie demnach mit Prostituierten erlebt.

Helfried B.: Das ist richtig. Ich bin im Abstand von ein paar Monaten regelmäßig zu Huren gegangen.

NEWS: Wie lebten Sie sonst?

Helfried B.: Sehr zurückgezogen. Überhaupt bin ich immer ziemlich kontaktscheu gewesen, auch was Männer betrifft. Viele von ihnen haben mich ja oft gehänselt, weil ich nie eine Freundin hatte. Meine einzige wirkliche Bezugsperson war eigentlich immer nur meine Schwester. Sie liebe ich sehr. Mit ihr konnte ich immer über so vieles reden – auch über meine Hobbys: die Eisenbahnen und die Schifffahrt.

NEWS: Sie haben auch sehr viele Reisen unternommen.

Helfried B.: Am liebsten bin ich immer nach Hamburg gefahren, weil dort so viele alte Kriegsschiffe anzuschauen sind.

NEWS: Und wie geht es Ihnen jetzt in der Haft?

Helfried B.: Es geht so. Irgendwie werd ich schon durchkommen. Aber ich möchte wirklich betonen – dass es mir sehr leid tut, dass ich Elisabeth S. umgebracht habe. Ich bereue das sehr.

NEWS: Zunächst haben Sie noch drei weitere Morde gestanden.

Helfried B.: Das war Unsinn. Das hab ich ehrlich nur getan, weil ich eh gewusst hab, dass die Ermittlungen letztendlich ergeben werden, dass ich das nicht war.

Lesen Sie alles über die irre Lebensgeschichte des 36-jährigen Schlossers im aktuellen NEWS!

12.6.2002 17:13