19 Kilo Heroin & Kokain nach Wien geschmuggelt
- 14 Drogen-Dealer ausgeforscht, 12 Personen festgenommen
- Ermittler gehen von internationaler Organisation aus
In Wien wurde eine 14 Mitglieder zählende Schmuggler- und Dealergruppe ausgeforscht. Kriminalisten des Kommissariats Neubau nahmen zwölf Personen fest, nach den zwei weiteren wird gefahndet. Die Verdächtigen sollen binnen eines Jahres insgesamt 19 Kilo Heroin und Kokain - geschätzter Schwarzmarktwert 1,7 Millionen Euro - von Amsterdam nach Wien geschmuggelt und in der Bundeshauptstadt vertrieben haben.
Die Ermittlungen hatten am 12. Mai ihren Ausgang genommen, nachdem am Wiener Westbahnhof ein augenscheinlich drogensüchtiger junger Mann routinemäßig kontrolliert worden war. Bei dem 21-jährigen Peter S. fanden sich neben einer geringen Menge Suchtgift ein Flugticket nach Amsterdam sowie eine für den folgenden Tag für die Rückfahrt ausgestellte Bahnkarte. Bei den Einvernahmen gab S. sechs Schmuggelreisen in die niederländische Hauptstadt zu.
Weitere Ermittlungen führten zu einer mit einem Nigerianer verheirateten Schwester des Verdächtigen, deren Freundin, zwei gebürtigen Jugoslawen sowie neun Schwarzafrikanern. Während letztere für die Verteilung des Suchtgifts in Wien zuständig waren, fungierten die "Weißen" - als auf den ersten Blick minder Verdächtige - als Schmuggler.
Bei Hausdurchsuchungen wurden 1,9 Kilo Heroin sowie 800 Gramm Kokain sichergestellt, der Großteil davon in zwei Koffern, die in einer so genannten Bunkerwohnung am Währinger Gürtel deponiert waren. Auf welche Weise die Drogen in Wien verteilt wurden, konnte nicht ermittelt werden, da sich die dafür zuständigen Verdächtigen bei den Einvernahmen darüber ausschwiegen.
"Das war sicher ein Profi-Verein", erklärte ein Kriminalist. Das beweise eine Schmuggelfahrt per Pkw im Winter, die fast an einer - durch Sommerreifen verursachten - Polizei-Kontrolle in Köln gescheitert wäre. Nach der Aussage, dass man aus Amsterdam komme, durchsuchten die Polizisten das Auto, wobei ihnen aber die je 2,5 Kilo Heroin und Kokain entgingen. Der Wiener Ermittler: "So eine Menge übersieht niemand absichtlich. Die Drogen waren äußerst professionell in eine Reisetasche eingenäht bzw. in Fotoalben eingearbeitet."
Die zwei jungen Frauen im Auto - die 23 Jahre alte Schwester von Peter S. und ihre um ein Jahr jüngere Freundin, die sich laut Ermittlungen lediglich um des Geldes Willen an dem Schmuggel beteiligt hatte - verloren jedenfalls nach der Kontrolle die Nerven und weigerten sich, die Fahrt fortzusetzen. Ein Anruf in Wien bei dem mutmaßlichen "Chef" Christopher O., einem Nigerianer, genügte, und ein Ersatzfahrer tauchte auf: Ein Schwarzafrikaner, der sich offenbar in der Nähe aufgehalten hatte, sprang kurzfristig ein. "Das lässt befürchten, dass es sich um ein umspannendes Netz handelt", erklärte der Ermittler. Der 22-jährigen Wienerin wurde der Lohn für die Schmuggelfahrt übrigens entsprechend gekürzt. Die Spur nach Deutschland ließ sich mangels konkreter Angaben nicht weiter verfolgen.
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