Dienstag, 11. Juni 2002

Steirischer Priester unter Missbrauchs-Vorwurf

  • Priester vom Amt abgerufen, Diözese prüft Anschuldigungen
  • Dem Geistlichen droht keine Strafe: Vorwürfe sind verjährt!

Schwere Vorwürfe gegen eine steirischen Pfarrer: Der Geistliche soll Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben. Er wurde von seinem Amt abberufen. Bereits vor Jahren sind gerichtliche Untersuchungen gegen den Geistlichen gelaufen. Diese wurden jedoch eingestellt. Auch von strafrechtlicher Seite droht dem Geistlichen keine Strafe mehr. Die Worwürfe sind verjährt!

Im Mittelpunkt der Affäre steht ein Geistlicher, der - so die zurückhaltenden Informationen aus dem Ordinariat - bereits einmal versetzt wurde, da es zumindest entsprechende Verdachtsmomente gegeben hat. Dies soll bereits vor Jahren passiert sein.

"Die Ereignisse liegen lange zurück", sagte Generalvikar Helmut Burkard auf Anfrage. Die Vorwürfe gegen den Geistlichen kämen aus jener Pfarre, von der er versetzt worden war, nicht aus jenem Pfarrverband, in dem der Priester zuletzt tätig war. Es handle sich um eine "ernste Anschuldigungen von Dingen", von denen man vor vier Tagen erfahren habe. Die Diözesanleitung - Bischof Egon Kapellari und der Generalvikar - hätten darauf hin reagiert.

Burkard sagte, man sei über die diözesane Missbrauchs-Kommission verständigt worden, die Diözese habe darauf hin versucht, mit einigen mutmaßlich Betroffenen Kontakt aufzunehmen. "Wir versuchen, Licht in den Dschungel von Verdächtigungen zu bringen", so die Umschreibung des Generalvikars, bis jetzt gebe es "wenig Klarheit", nicht zuletzt deswegen, weil die Vorwürfe "aus alter Zeit" stammten.

Vor Jahren seien gerichtliche Untersuchungen gegen den Pfarrer gelaufen, die jedoch eingestellt wurden. In der damaligen Pfarre sei die Unruhe jedoch so groß gewesen, dass eine Versetzung notwendig geworden sei. Aus dem neuen Pfarrverband seien dann keinerlei Unregelmäßigkeiten mehr gemeldet worden, so Burkard. Über die Verantwortung des Betroffenen gebe es vorerst wenig Klarheit, das müsse erst bei Gesprächen erfolgen.

Anzeige an die Staatsanwaltschaft werde es seitens der Diözese nicht geben, sagte der Generalvikar: "Das sind Anschuldigungen, die strafrechtlich verjährt sind", hieß es wörtlich.

11.6.2002 13:18