Montag, 3. Juni 2002

VW ruft fast ein Million Polo & Lupo zurück

  • Probleme bei den Bremsen: In Österreich 20.667 Pkw betroffen!
  • Rückholaktion könnte 100 Mio. Euro kosten!

VW rief im April 2002 weltweit fast eine Million Autos der Typen Polo und Lupo zurück. Grund war eine Materialschwäche in der Zuleitung zum Bremskraftverstärker. In Österreich waren 20.667 Fahrzeuge betroffen. Der Rückruf wird teuer - Insider rechnen mit einer Summe von 100 Millionen Euro!

Es handle sich um die Modelle Lupo und Polo der Modelljahrgänge 1998 und 1999, sagte ein Sprecher des VW-Generalimporteurs Porsche Austria. Die Autos mussten aus Sicherheitsgründen in den Werkstätten überprüft werden.

Bremsflüssigkeit kann austreten
Laut VW kann bei den zurückgerufenen Modellen Polo und Lupo die Kunststoffleitung porös werden und Bremsflüssigkeit austreten. Dadurch verliere der Bremskraftverstärker an Wirkung und könne ganz ausfallen. Die Bremse bleibe voll funktionstüchtig, es müsse aber ein deutlich größerer Pedaldruck als normal ausgeübt werden.

Zunächst sei das Problem bei Exporten für den japanischen Markt aufgefallen und auf Beeinträchtigungen beim Transport über See oder durch das Klima zurückgeführt worden. Weitere Untersuchungen hätten aber ergeben, dass alle Fahrzeuge der Jahre 98/99 betroffen sind. Beide Typen gehören zu den VW-Modellen mit großen Produktionszahlen.

Rückrufkosten im Millionen-Euro-Bereich
Über die Kosten der Rückrufaktion wollte VW zunächst keine näheren Angaben. Angesichts der hohen Zahl von betroffenen Fahrzeugen dürfte es sich aber um einen Betrag im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich handeln. Erwartung, die Gesamtkosten der Rückrufaktion könnten sich für den Konzern auf 100 Mio. Euro belaufen, widersprach VW. Hauptbestandteil der Kostenrechnung sei die erforderlich Arbeitszeit, sagte der Sprecher. Die auszutauschenden Schläuche fielen dagegen kaum ins Gewicht.

3.6.2002 16:40