Dienstag, 4. Juni 2002

Mobilkom-Börsegang nicht vor 2004

  • Telekom Austria hält wieder 100 Prozent
  • Mobilkom-Chef Nemsic zieht in Telekom-Austria-Vorstand ein

Die Telekom Austria (TA) hat von der Telecom Italia deren 25-prozentigen Anteil an der Mobilkom für 690 Mio. Euro zurückgekauft. Mit dem Rückkauf der TI-Anteile sind nach Ansicht von TA-Generaldirektor Heinz Sundt die Spekulationen über die Zukunft der Mobilkom zumindest "vorläufig beendet". Ein Börsegang der Mobilkom Austria steht nach dem Rückkauf sämtlicher Anteile durch die Telekom Austria (TA) nicht bevor.

Die TA habe mit der Telecom Italia (TI) vertraglich fixiert, von einem Börsegang der Mobilkom bis 31. 12. 2003 abzusehen, außer der Anteil der TI sinkt unter 5 Prozent. Die Italiener hatten befürchtet, dass ein Börsegang der Mobilkom ihre Verkaufsabsichten für ihre TA-Anteile negativ beeinflussen könnte. Dem habe man Rechnung getragen, so Sundt.

Außerdem werde die Mobilkom innerhalb der TA-Gruppe als eigenständiges Unternehmen weitergeführt. "An der Selbstständigkeit der Mobilkom wird nicht gerüttelt werden", versicherte Sundt am Freitag vor Journalisten. Auch die strategische Ausrichtung des Unternehmens werde nicht verändert.

Mit der Ernennung vom Mobilkom-Chef Boris Nemsic (Bild) zum Vorstand in der TA wolle man außerdem der "Wertigkeit der Gesellschaft in der Gruppe Rechnung tragen". Nemsic selbst sprach von einer "Aufwertung der Mobilkom in der TA-Gruppe". Entscheidungswege würden mit dem Rückzug der Italiener verkürzt, so der frisch gebackene TA-Vorstand am Freitag, der aber auch weiterhin Mobilkom-Chef bleibt.

Auch der Vertrag von TA-Fianzvorstand Stefano Colombo, der ursprünglich von den Italienern ernannt worden war, wurde verlängert. Die Verträge aller nunmehr vier Vorstände - neben Sundt, Colombo und Nemsic auch TA-Technik- und Marketingvorstand Rudolf Fischer - laufen bis 10. April 2005.

TA-General Sundt meinte am Freitag dazu, dass die Kursverluste seiner Ansicht nach "in keiner Weise auf den Rückkauf der Mobilkom-Anteile" zurückzuführen seien. Sundt meint, dass der Kursrückgang in den vergangenen Tagen vielmehr durch einen internationalen Trend verursacht sei. Verglichen mit anderen Werten brauche sich die TA "nicht schämen". Der Rückkauf der Mobilkom und die ersten Schritte zum Rückzug der TI aus Österreich sollten sich nach Einschätzung des Generaldirektors positiv auf die TA-Aktie auswirken.

4.6.2002 13:53