Job-Angst & mieses Büroklima wegen Wirtschaftstief
- Arbeitsklima-Index zeigt Pessimismus bei Angestellten
Schlechte Wirtschaftsdaten, kaum Aussicht auf bessere Zeiten: Die pessimistische Stimmung verschlechtert auch das Klima im Büro! Weil die Arbeitnehmer Angst um ihre Jobs haben. Das besagt der jüngste Arbeitsklima-Index der oberösterreichischen Arbeiterkammer. Vor allem Männern schlägt die angespannte Wirtschaftslage aufs Gemüt.
Ausschlaggebend für den deutlichen punktuellen Abfall des Arbeitsklima-Index ist die schlechte Konjunktur. "Deutlich spürbar wird die starke Verunsicherung der Österreicher hinsichtlich ihrer persönlichen Zukunft am Arbeitsmarkt". Vor allem die Angst um den Job und die Sorge, im Falle der Kündigung keinen vergleichbaren Job zu finden, drücken die Stimmung. Eine positive Trendwende ist derzeit nicht in Sicht.
Männer sind die Verlierer
Eindeutige Verlierer der Messung sind männliche Arbeitnehmer. Hier ist der Arbeitsklima-Index seit der letzten Messung im Herbst 2001 von 108 auf 106 Punkte gesunken. Bei Frauen ist mit 108 Punkten gleich geblieben.
Bei den Männern unter 25 Jahren ist der Index im wahrsten Sinne des Wortes von 113 auf 108 Punkte abgestürzt. Frauen in dieser Altersgruppe büßen drei Punkte ein und liegen jetzt bei einem Wert von 105.
Viele macht Ausbildung unzufrieden
Maßgeblich für die schlechte Stimmung in den Betrieben ist die Ausbildung. Facharbeiter sind deutlich unzufriedener (minus drei Punkte) als Angestellte (minus ein Punkt) und öffentlich Bedienstete (plus ein Punkt).
Die steigende Arbeitslosigkeit - Österreichweit waren es im April 6,9 Prozent, in Oberösterreich 4,3 Prozent - zeigt, dass die vorherrschende Wirtschafts- und Sozialpolitik in keiner Weise an den Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgerichtet ist. "Die Regierung räumt ruhigen Gewissens die Arbeitslosenversicherung aus, um ihr absurdes Ziel Nulldefizit durchzusetzen," kritisiert die AK.
Ingesamt wurden in den vergangenen beiden Jahren bereits 2,7 Milliarden Euro entnommen. Das Arbeitslosengeld wurde gekürzt, die Zumutbarkeitsbestimmungen sollen weiter verschärft werden. "Für aktive Arbeitsmarktpolitik", so der AK-Präsident, "und für Aus- und Weiterbildung bleibt immer weniger Geld."
Kein Wunder, dass die Arbeitnehmer zunehmend glauben, bei Jobverlust keinen adäquaten Arbeitsplatz mehr zu finden.
(apa, red)
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